Willst du Pie, komm vorbei

Mit diesem fulminanten Wortspiel melde ich mich in der Foodblogger-Welt zurück.

Wo ich gesteckt habe, was ich dort erlebt habe und wieso ich jetzt doch wieder blogge, werdet ihr hier Stück für Stück erfahren. Und da ich kein Fan großer Reden bin, komme ich jetzt erstmal zur Sache: Pie.

2013_08_22_Peach Pie 3

Trotz meiner Liebe zu amerikanischem Backwerk und amerikanischen Foodblogs habe ich um Pie bisher einen Bogen gemacht. Die Tatsache, dass nahezu wissenschaftliche Experimente über die Beschaffenheit des Pie-Teiges durchgeführt werden (zum Beispiel von The PIEonier Woman), muss mich wohl irgendwie abgeschreckt haben.

Der Gedanke an Pie ließ mich aber nicht los. Und wenn ich mal darüber nachdenke, geht es da nicht nur mir so. Der Pie hat ganz schön Karriere gemacht und ist zum Filmstar geworden. „My Blueberry Nights“ verdankt seinen Filmtitel letztlich dem Blaubeer Pie, den außer Norah Jones niemand in dem Café von Jude Law essen möchte.
In der Serie „Pushing Daisies“ spielt Pie praktisch die Hauptrolle – nun gut, die Hauptrolle spielt der Pie-Bäcker, aber kuchenbessene wie ich können diese Tatsache schonmal leicht verdrehen.
Oder unvergessen; die Gossip Girl Folge „Blair Waldorf must pie“.

Keine Frage, Pie ist ein absolutes Muss der amerikanischen Kuchenkultur und so entschied ich mich, nicht weiter zu zögern und einfach mal Pie zu backen. Pfirsiche sind gerade in der Saison, also sollte es ein Pfirsich Pie werden.

2013_08_13_Peach Pie 1

Einige kleinere Hürden waren dennoch zu nehmen…

Nr. 1: Ich habe keine Pie Form. Somit musste eine Tarteform herhalten.

Nr. 2: Das Butter / Butterschmalz Verhältnis. Ziel ist eine möglichst blättrige Pie-Kruste. Um das zu erreichen haben sich wiegesagt schon Generationen von Pie-Bäckern den Kopf zerbrochen. Ich entschloss mich an der Stelle zu Pragmatismus und habe ein 50:50 Verhältnis gewählt.

Nr. 3: Die Technik zur Herstellung des Pie-Teigs ist nicht ganz ohne und nichts für Anfänger. Wenn ich aber ganz ehrlich bin, kann man auch die Knethaken des Handrührgeräts verwenden und muss keine schweisstreibende Arbeit leisten.


Peach Pie

330 g Mehl
1 Prise Salz
20 g Zucker
110 g Butter
110 g Butterschmalz
½ Cup Eiswasser

1,3 kg Pfirsiche
2 EL Amaretto
1 EL Zitronensaft
100 g brauner Zucker
1 Prise Zimt
1 Prise Muskat
3 EL Speisestärke

1 Ei

1. Für den Pie-Teig das Mehl, Salz und den Zucker in eine Schüssel geben und die möglichst kalte Butter sowie den Butterschmalz in kleinen Flocken darauf verteilen. Das Fett mit einem Piecutter oder einer grobzinkigen Gabel in das Mehl einarbeiten, bis der Teig die Konsistenz von kleinen Streuseln hat.

2. Nun esslöffelweise das Eiswasser hinzugeben und mit einer Gabel vermischen bis der Teig anfängt sich zu verbinden. Ist der Teig noch krümelig, esslöffelweise weiteres Wasser hinzugeben.

3. Den Teig aus der Schüssel nehmen und mit der Hand nur ganz kurz zu einem Ball kneten. Den Teigball auf ein Stück Klarsichtfolie legen und zu einer Scheibe plattdrücken. Mit Klarsichtfolie umwickeln und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

4. In der Zwischenzeit die Füllung herstellen. Dazu die Pfirsiche waschen, schälen und in ca. 2 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Amaretto, Zitronensaft, Zucker, Zimt Muskat und Speisestärke vermischen.

5. Die Arbeitsplatte mehlen und den Teig aus dem Kühlschrank darauf legen. Den Teig kreisförmig etwa 3 mm dick ausrollen und in die Pie- oder Tarteform legen. Die fertige Pie-Füllung darauf verteilen.

6. Den überstehenden Teig aufheben und nochmals ausrollen. Nun kann man kreativ werden. Mit dem restlichen Teig kann man ein Gittermuster legen, Blätter oder Sterne ausstechen oder einen komplett gedeckten Pie backen.

7. Vor dem Backen den Teig mit verquirltem Ei bestreichen und mit braunem Zucker bestreuen.

8. Den Pie im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad ca. 45 Minuten backen.

2013_08_22_Peach Pie 2

Zum Butterschmalz kann ich nur sagen, dass der Geschmack schon sehr präsent ist. Die Konsistenz der Pie-Kruste war dafür perfekt. Da sollte jeder für sich entscheiden: Butter – besserer Geschmack, Butterschmalz – perfekte Teig-Textur.

Und auch wenn ich meinen Pie weder von Jude Law noch dem netten Kuchenbäcker aus Pushing Daisies serviert bekommen habe, hätte ich ihn am liebsten ganz allein aufgegessen. Zur Freude einiger Freundinnen konnte ich mir das aber gerade noch verkneifen.

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