Tarte mit brauner Butter und Erdbeeren

Mit dem Thema Teig für Tartes, Quiches und Pies kann man sich wirklich sehr, sehr intensiv beschäftigen. Da ich Autodidaktin in der Küche bin, probiere ich natürlich sehr viel aus, lese aber auch viel über verschiedene Methoden und Rezepte. Eine große Hilfe dabei sind Standardwerke, die sich mit den Grundlagen der Küche beschäftigen. Bei mir liegen zum Beispiel die Bücher von Leith’s in greifbarer Nähe, wo ich sämtliche Grundlagen nachlesen kann.

Anfangs fand ich das alles noch sehr mühsam und sah mich etwas übermannt von den Möglichkeiten: Pâte Brisée, Pâte Sucrée, Pâte Sablée etc. Mit Ei oder ohne? Mit Butter oder mit Schmalz? Zucker oder nicht? Nüsse in den Teig? Den Teig mit dem Messer mischen, mit dem Teigschneider, mit den Händen einarbeiten oder gar mit dem Knethaken des Handrührgeräts?

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Etwas Licht ins Dunkel konnte Theresia, die Schwester einer Freundin, bringen. Zu einer Gartenparty hatte sie kleine Erdbeertörtchen mitgebracht die aus einem Mürbeteig mit Schokolade und Erdbeeren bestanden. So simpel, so gut und vor allem war der Teig einfach köstlich. Knusprig, süß, aber dennoch nicht bröckelig. Natürlich musste ich sie sofort fragen, wie sie diese Törtchen gemacht hat und ihre Antwort war: Ach, das ist ein ganz einfacher 3 – 2 – 1 Teig. 3 Teile Mehl, 2 Teile Butter, 1 Teil Zucker. Wumms. Das war’s. Ich, die sich mit den kompliziertesten Zusammenstellungen, Zusätzen und Techniken beschäftigt hat, war geplättet.

Erdbeertörtchen mit Mürbeteig standen deswegen noch ganz oben auf meiner To Do Liste. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht von einem Rezept zu einer völlig anderen Art der Teigzubereitung hätte verleiten lassen…

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Von Paule Caillat stammt dieser Teig, bei dem Butter, Zucker und Wasser zuerst zum Kochen gebracht und dann mit dem Mehl verarbeitet werden. Kein Kühlen, kein Ausrollen, der Teig wird direkt in die Form gepresst. Macht weniger Arbeits- und Zeitaufwand.

Mürbeteig mit brauner Butter

170 g Butter
2 EL Öl
6 EL Wasser
2 EL Zucker
280 g Mehl (ich habe eine Mischung aus Buchweizen, Quinoa und Reismehl zu gleichen Teilen verwendet)

Den Ofen auf 210°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Butter, das Öl, das Wasser und den Zucker in eine ofenfeste Schale geben und für 15 Minuten in den heißen Ofen stellen.
Die Mischung wird schmelzen und anfangen zu kochen, vielleicht auch etwas spritzen.

Nach 15 Minuten die Schale aus dem Ofen nehmen und sofort anfangen, das Mehl unterzurühren. So lange vermischen, bis sich der Teig vom Rand der Schale löst.

Vorsichtig testen, ob der Teig noch heiß ist. Wenn er mit den Händen angefasst werden kann, den Teig in eine Tarteform geben und mit den Händen am Boden und dem Rand festdrücken.

Mehrfach mit einer Gabel einstechen und für 15 Minuten im Ofen backen.

Wenn der Teig goldbraun gebacken ist, aus dem Ofen nehmen und vor dem Füllen ganz auskühlen lassen.

Den fertigen Teig dann nach Belieben belegen. Ich habe 70%ige Callebaut Schokolade geschmolzen und frische Erdbeeren darauf gelegt.

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Mittlerweile bin ich beim Thema Mürbeteig also zu folgenden Erkenntnissen gekommen:

1. Anything goes. Solange sich die Relation von Mehl, Butter und Zucker am Verhältnis 3 – 2 – 1 orientiert, wird immer ein ordentlicher Teig das Ergebnis sein.

2. Die Zugabe eines Eigelbs oder ganzen Eis macht den Teig weniger knusprig, dafür geschmeidiger und gehaltvoller. Eignet sich sehr gut für süße Tartes.

3. Butterschmalz verleiht dem Teig eine sehr blättrige Konsistenz, dafür geht der köstliche buttrige Geschmack etwas unter.

4. Das Ganze funktioniert mit den verschiedensten Mehlsorten.

5. Nüsse kann man dem Teig ganz einfach beimischen, indem man einen Teil des Mehl durch sie ersetzt.

6. Tarte schmeckt immer.

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