Beschwipste Helene oder auch: Rotweinbirne

Irgendwie ließ mich nach den Schoko-Birnen-Clafoutis der Gedanke an die Kombination Schoko & Birne nicht los.
Schoko und Birne, das war doch… Birne Helene, genau!
Ein Dessert, ganz hinten im Kopf vergraben. Abgelegt unter „altbacken und spießig“. Nennen wir Sie doch lieber Poire belle Hélène, das klingt gleich viel edler. Schließlich wurde das Dessert von Auguste Escoffier erschaffen. Trotzdem bleibt es eine gekochte Birne in Schokosoße.
„Das muss man doch irgendwie pimpen können“, dachte ich mir.
„Schmeiß mich doch einfach in Rotwein“, bekam ich als Antwort.

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Was die schöne Hélène dazu veranlasst hat, sich im Rotwein zu ertränken? Nun, wir wissen es nicht. War wahrscheinlich Gruppenzwang, schließlich schwimmen auch noch ein paar andere Zutaten im Wein herum.

Diese kleine Anekdote ist meinem übermüdeten Kopf zu verdanken und nicht dem Rotwein. Wie man eine Rotweinbirne macht, habe ich jedoch am Le Cordon Bleu in London gelernt.
Nun ja, es ist eigentlich keine große Küchenkunst, eine Birne in einen  Topf voller Rotwein zu werfen und weichzukochen. Aber mit ein paar Tips und Tricks wird ein sehr feines Dessert draus.

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Zunächst einmal wird der Rotwein gewürzt.
Mit einer Zimtstange, mit Sternanis, mit Nelken, mit Piment, Orangenschale, Zitronenschale, – kurz Luft holen-, mit Ingwer, Vanilleschoten, einem Schuss Cointreau, wie ihr mögt.

Um die Birne rundherum ebenmäßig und glatt zu bekommen, gibt es einen Trick. Man nimmt ein altes Küchentuch oder Leinentuch und reibt die Birne damit rundherum ab. Das feine Fleisch wird dadurch abgeschmirgelt und man erhält eine wunderschöne Birne mit absolut ebenmäßiger Oberfläche. Ich habe für diese eher rustikalen Fotos auf diesen Schritt verzichtet, er macht aber schon ganz schön was her.

Damit die Birnen rundherum gleichmäßig rot gefärbt werden, wird beim Kochen ein Küchenpapier auf den Kochtopf gelegt. Klingt etwas unappetitlich, aber ansonsten schwimmen die Birnen oben und werden dort nicht rot.

Sind die Birnen gar, wird der restliche Rotwein zu einem klebrigen köstlichen Sirup eingekocht. Dazu noch eine selbst gemachte Schokosoße mit richtig guter Schokolade und fertig ist das Luxus-Dessert – das es alkoholmäßig übrigens ganz schön in sich hat!

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Rotwein Birne oder „Besoffene Helene“

1 Flasche Rotwein
4 feste Birnen
1 Zimtstange
1 Sternanis
2 Nelken
1/2 Vanilleschote
1 Zitrone
Schale von 1/2 Bio-Orange
100 g Zucker

100 g Sahne
100 g hochwertige Schokolade

1. Den Rotwein mit der Zimtstange, dem Sternanis, den Nelken und der aufgeschlitzten Vanilleschote in einen hohen Topf geben und aufkochen.

2. Die Birnen schälen, mit Zitronensaft beträufeln und das Kerngehäuse von unten herausschneiden (ein Apfel-Entkerner hilft).

3. Die Birnen in den Topf geben, mit einem Blatt Küchenkrepp abdecken (Achtung, darf nicht über den Topfrand Lappen, sonst gibt’s eine Sauerei. Einfach einklappen.) und bei niedriger bis mittlerer Temperatur etwa 40 Minuten köcheln lassen, bis die Birnen weich sind. Die Zeit variiert abhängig von der Größe der Birnen.

4. Die Birnen aus dem Rotweinsud nehmen und warm halten. Den Rotwein auf hoher Stufe einkochen, bis er sich sirupartig verdickt.

5. Die Schokolade hacken, die Sahne erhitzen und über die gehackte Schokolade gießen. Rühren, bis sich die Schokolade aufgelöst hat.

6. Die Birnen mit etwas Rotweinsirup beträufeln und mit Schokosauce servieren.

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