Die perfekte Sachertorte – so gut wie das Original

Habt ihr schonmal ein Stück Sachertorte gekostet? 
Mit der Gabel die zuckrige Glasur geknackt, die sich mit dem typischen Schokoteig und einer Schicht Marillenmarmelade zu einem Stück Himmel verbindet? 
Nein? Ihr seid noch nicht in diesen Genuss gekommen? Dann habe ich gute Nachrichten für euch, denn ab heute müsst ihr für ein Stück Sachertorte nicht mehr nach Wien fahren oder der sündhaft teuren Online-Shop des Hotel Sacher bemühen. Ich habe ein Rezept für euch, das zu 99 % an das Original herankommt.

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Für meinen Blog-Relaunch wollte ich einen ganz besonderen Kuchen backen.
Also habe ich lange überlegt: was ist eigentlich mein Lieblingskuchen? Schwankte zwischen einem Carrot Cake, Cheesecake oder einer opulenten Schichttorte.
Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: mein Lieblingskuchen ist Sachertorte! Natürlich!

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Wie das so ist: wenn man einmal etwas richtig gutes gegessen hat, hat man Hemmungen, es nachzumachen weil man denkt, es wird ohnehin nicht so gut wie das Original. So ging es mir lange mit der Sachertorte. Selbst die besten Konditoreien Düsseldorfs haben es nicht geschafft, an das Original heranzukommen. Wie sollte es mir dann gelingen?

Egal, ich geh auf’s Ganze!
Das Ergebnis? Perfekt. Zu hundertprozentig perfekt.
(Ok, vielleicht 99 Prozent, aber dazu komme ich später.) 
Zu hundertprozent wie eine original Sachertorte frisch aus dem Sacher in Wien. Und ich weiß, wie eine Sachertorte schmecken muss! 
Meine Liebe zur Sachertorte ist meinem Vater geschuldet, der in Wien aufgewachsen ist und meinem Opa, der dort gelebt hat und den wir ab und zu besucht haben. 

Dazu eine tolle Anekdote: Da meine Familie Sachertorte genauso sehr liebt wie ich, gönnen wir es uns zu bestimmten Anlässen, ein Original aus Wien zu bestellen. Die Wiener Sachertorte wurde 1832 erfunden und die Rezeptur seitdem nicht verändert. Mein erstes Stück habe ich als Kindergarten-Kind vertilgt und seitdem hat sich der Geschmack nicht verändert. Tradition und konstante Qualität. Aber bei einer Bestellung war irgendetwas anders. Und zwar die Glasur.
Wie soll ich die beschreiben? Es ist keine normale Schokoladenglasur. Sie ist weder hart, noch cremig. Sie ist weich, aber knackig, sehr, sehr süß und schmeckt nach Schokolade und Zucker. Dieses eine Mal jedoch war sie zu weich und schmeckte irgendwie…sahnig. Als würde die Rezeptur verändert. Wir konnten uns jedoch nicht vorstellen, das ein Jahrhundert-altes Rezept einfach verändert wurde und haben uns an den Kundenservice des Hotel Sacher gewandt um nachzufragen. Binnen zwei Tagen wurde uns eine neue Torte geliefert, in alter Qualität, frisch und köstlich wie eh und je. Das nenne ich perfekten Service. Das Hotel Sacher hat mich damit wirklich nachhaltig beeindruckt.

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Die Glasur ist auch das Einzige, woran ich noch etwas üben muss.
Man sieht auf den Fotos, dass sie nicht ganz glatt geworden ist. Ich habe sie etwas zu lange erkalten lassen, deswegen war sie nicht mehr flüssig genug.
Dem Geschmack und der Konsistenz tat das keinen Abbruch. Und ich übe einfach weiter, denn diese Torte wird jetzt einmal pro Monat gebacken. Zu Weihnachten. Zu Silvester. Zu jedem Geburtstag und immer, wenn es etwas zu feiern gibt.
Ich habe es gefunden, mein absolutes Lieblingskuchen-Rezept.

Sacher Torte
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Ingredients
  1. 200 g weiche Butter
  2. 200 g gesiebter Puderzucker
  3. 1 TL Vanillezucker
  4. 100 g Schokolade, 55% Kakao
  5. 100 g Schokolade, 85% Kakao
  6. 8 Eier
  7. 200 g Mehl
  8. 15 g Kakao
  9. 1 Prise Salz
  10. 3,5 g Backpulver
  11. 400 g Aprikosenmarmelade ohne Stücke
  12. 40 ml Grand Manier
Für die Glasur
  1. 200 g Zucker
  2. 125 ml Wasser
  3. 150 g Schokolade, 55% Kakao
Instructions
  1. 1. Eine Springform einfetten (ich habe 20 cm und eine Mini-Sprinform verwendet, ihr könnt aber auch eine 26-er Form nehmen). Den Boden mit Backpapier belegen, den Rand der Form ebenfalls mit Backpapier auskleiden. Den Ofen auf 160 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  2. 2. Die Eier trennen. Das Eigelb in einer kleinen Schüssel für später aufheben, das Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen, zur Seite stellen.
  3. 3. Die Schokolade in einem heißen Wasserbad schmelzen, beiseite stellen und leicht auskühlen lassen.
  4. 4. Die weiche Butter in eine große Schüssel geben, den Puderzucker und Vanillezucker darüber sieben und beides 10 Minuten (ja wirklich!) fluffig aufschlagen (oh was wäre eine Kitchen Aid hier hilfreich...). Dann die Eigelbe einzelnen nacheinander dazugeben und jeweils für 1 Minute unterrühren. Dann langsam unter Rühren die abgekühlte Schokolade untermischen.
  5. 5. Das Mehl mit dem Backpulver und Kakao vermischen, über den Teig sieben und locker einarbeiten. Zum Schluss das steife Eiweiss mit einem Spatel in drei Schritten unterheben. Der Teig soll möglichst luftig-locker bleiben. Den Teig dann in die vorbereitete Form füllen bis sie zu ca. 2/3 gefüllt ist. Je nach Größe der Form bleibt etwas Teig über, mit dem ihr eine zweite kleine Torte backen könnt. Für ca. 45 – 50 Minuten backen.
  6. 6. Die Torte aus dem Ofen nehmen, leicht auskühlen lassen und aus der Form lösen. Komplett (am besten über Nacht) auskühlen lassen. Erst wenn die Torte wirklich abgekühlt ist, vorsichtig horizontal in zwei oder drei Lagen schneiden.
  7. 7. Die Aprikosenmarmelade mit dem Grand Manier erhitzen, damit sie flüssig wird. Die flüssige Marmelade auf den Tortenboden streichen, den nächsten Boden darauf setzen und wieder mit Marmelade bestreichen. Zum Schluss noch die Aussenseiten bestreichen. Das nennt man übrigens aprikotieren. Die Torte im Kühlschrank etwas durchziehen lassen (am besten wieder über Nacht).
  8. 8. Nun kommt das Wichtigste: die Glasur. Den Zucker mit dem Wasser in einem Topf zum Köcheln bringen. Die Schokolade grob hacken und dazu geben. Unter ständigem Rühren köcheln lassen, bis sich die Schokolade aufgelöst hat.
  9. 9. Nun muss die Glasur temperiert werden. Wer keine Marmorplatte zuhause hat, gibt die Glasur in eine große Schüssel und streicht sie immer wieder mit dem Rücken eines Löffels an der Schüsselwand hoch, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Dann zügig mittig über die Torte laufen lassen und am Rand mit einem Spatel verstreichen. Nach ca. 1 Stunde ist die Glasur schon fest und die Torte fertig.
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7 thoughts on “Die perfekte Sachertorte – so gut wie das Original

  1. Wow, Denise! DANKESCHÖN, dass du dieses Rezept mit uns teilst! Es schaut so unglaublich köstlich aus und dein Bericht ist einfach genial! Es macht Lust dieses Rezept auszuprobieren und das werde ich spätestens an Weihnachten oder Silvester tun 🙂
    Liebe Grüße

    1. Aber gerne doch, Irina, dafür ist der Blog ja da 🙂
      Die Torte ist wirklich was besonderes und gerade perfekt zu Weihnachten oder Silvester! Viel Spaß beim Nachbacken und berichte doch, wie sie dir geschmeckt hat 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

  2. Hallo Denise,

    ich bin gerade dabei, Deine Sachertorte nachzubacken. Der Teig duftet ja schon mal himmlisch. Aber ein Problem hatte ich: der von Dir in der Zutatenliste aufgeführte Vanillezucker taucht in der Zubereitung nicht auf. Ich habe ihn mutig mit den Eiern (vorher habe ich es nicht bemerkt) unter den Butter-Puderzucker-Teig gerührt und hoffe auf das Beste.

    viele liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea,

      vielen Dank für den Hinweis! Optimalerweise gehört der Zucker mit der Butter und dem Puderzucker aufgeschlagen, aber ich denke, dein Kuchen wird trotzdem sehr gut werden 🙂
      Lass ihn dir schmecken!

      Liebe Grüße,
      Denise

  3. Aaaaaah, Knaller! Danke für das Rezept – ich war im April in Wien (an meinem Geburtstag, hihi) und da gab es auch zweimal Sachertorte. Einmal mit nur Aprikosenmarmelade unter der Glasur und einmal noch mit einer extra-Schicht. Die mit der extra-Schicht war um Längen besser… jedenfalls werde ich sie mal mit deinem Rezept nachbacken!

    Hier nochmal alles Liebe zum Geburtstag 🙂 Prost!
    Viele Grüße,
    Alena

    1. Hallo Alena,

      für mich ist die einzig wahre Sachertorte ja die vom Hotel Sachen – der Maßstab aller Dinge sozusagen 😀
      Und genau der kommt dieses Rezept wirklich sehr nah! Ich bin gespannt wie sie dir schmeckt!!

      Liebe Grüße,
      Denise

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