Raw Brownies mit veganer Schokocreme

Warum sollte irgendjemand einen saftigen, reichhaltigen, schokoladigen Brownie mit Butter, Zucker und einem Tages- ähm, Wochenvorrat Schokolade gegen eine Mischung aus Trockenfrüchten und Nüssen austauschen?

Ich sag’s euch: Neugier. Und um die zu stillen, machen wir heute eine Exkursion! Ja genau, so etwas wie eine Klassenfahrt. Wir machen heute einen Ausflug in die Rohkost-Küche!
Roh zu kochen finde ich unheimlich spannend. Ich habe schon ungeahnte Geschmacksexplosions-Genüsse in Form von Raw-Cheesecakes probiert und wollte mich nun an einem anderen vielversprechend klingendem Dessert probieren: Raw Brownies.

raw brownies with icing

Mehrere amerikanische Blogs versprachen mir den Brownie-Himmel: „Besser als ein richtiger Brownie“, „man schmeckt keinen Unterschied“ und „ich war den Tränen nahe“ sind nur ein Auszug dessen, was mir die Foodblogs versprachen. 
Vielleicht hätte ich es besser wissen müssen. In der englischen Sprache wird ja gerne mal mit Superlativen um sich geschmissen und vielleicht, nur ganz vielleicht, auch mal ein klein wenig übertrieben. 
Wir Deutschen sind da anders. Wir verlangen knallharte Ehrlichkeit. Ein faires Urteil. 
Gut, sollt ihr bekommen! Seid ihr bereit für ein bißchen Ehrlichkeit?

raw brownie squares

raw brownies

Nein, Rohkost-Brownies schmecken nicht wie die geilen Dinger aus Schokolade, Butter und Zucker. 
Nein, ich befand mich nicht im Food-Himmel und hörte auch keine Englein singen.
Ja, sie stillen den Heißhunger auf Schokolade (und Hunger generell).
Ja, sie sind ein leckerer Snack und eine gesunde Alternative zu den Schoko-Sünden.

Vielleicht kennt ihr diese Rohkost-Riegel wie Raw Bite, Cliff Bar oder Life Bar.
Ich nasche diese Riegel ab und zu sehr gerne. Sie machen wirklich satt, was kein Wunder ist bei einer Kombination aus Nüssen, Trockenfrüchten und Süßungsmitteln wie Honig, Reissirup oder Agavendicksaft. Trotzdem sind sie in Maßen gesund und natürlich die viel bessere Alternative zum Schokoriegel. Außerdem schmecken sie wirklich lecker und geben einem meistens genau das was man gerade braucht: Der Cashew-Schokoriegel für den Schoko-Jieper, der Apfel-Zimt-Riegel für ein wohliges Weihnachtsgefühl, der Protein-Riegel für die Extraportion Energie.

Ich habe vor einiger Zeit mal Schoko-Kokos-Bällchen gemacht. Im Prinzip ist der Brownie nichts anderes. Er kommt nur in anderer Form daher. Und bringt noch ein kleines Extra in Form einer Avocado-Schoko-Creme als Topping mit. Der Schuft!

raw brownies rustic

Auch zur veganen Schoko-Creme aus Avocado und Kakao haben sich diverse Blogs und Kochbücher mit Lob überschlagen.
Auch hier muss ich sagen: leider nein.
Sie schmeckt nicht wie Mousse au Chocolat. Versteht mich nicht falsch, ich mag die Creme, sie ist eine tolle, gesunde und vegane Alternative aber sie schmeckt nicht wie Mousse au Chocolat oder Schokopudding.
Ich werde ihr aber noch eine zweite Chance geben. Verfeinert mit etwas mehr Gewürzen und Aromen könnte daraus eine ganz köstliche Angelegenheit werden. Ich arbeite dran!

raw brownies

Mein Fazit zum Rohkost-Brownie: Eine süße Sünde, die sich sündig anfühlt, es aber gar nicht ist. Das Schäfchen im Wolfspelz sozusagen.
Als Brownie-Ersatz kann er meiner Meinung nach nicht herhalten, als leckerer und gesunder Energiespender zwischendurch aber schon!

Noch ein Tipp: wirklich hochwertige Zutaten verwenden. Mit Back-Kakao und alten Nüssen wird das Ganze ungenießbar. 

Raw Brownies mit Schokocreme
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Ingredients
  1. 220 g Walnüsse
  2. 300 g Datteln
  3. 50 g Kakaopulver (Rohkost-Qualität)
  4. 1 TL Vanilleextrakt
  5. 20 g Kakao-Nibs
  6. 1 Avocado
  7. 30 g Kakaopulver (Rohkost-Qualität)
  8. 40 g Honig
  9. 1 Prise Zimt
  10. 1 Prise Salz
Instructions
  1. 1. Als erstes die Walnüsse, Datteln, Kakao-Nibs und 50 g Kakaopulver mit dem Vanilleextrakt in eine Küchenmaschine, einen Hochleistungsmixer oder Zerkleinerer geben und so lange mixen, bis eine klebrige Masse entsteht.
  2. 2. Die Masse in eine Brownieform füllen und gut festdrücken. (Oder alternativ Kugeln daraus formen). In den Kühlschrank stellen.
  3. 3. Die Avocado halbieren, den Stein entfernen und das Fruchtfleisch heraus lösen. Zusammen mit 30 g Kakaopulver, dem Honig, Zimt und Salz in den Mixer geben und cremig mixen. Auf die Masse in der Brownieform geben und glattstreichen. Nochmals ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, dann in kleine Stücke schneiden und vorsichtig aus der Form heben.
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20 thoughts on “Raw Brownies mit veganer Schokocreme

  1. Allein wegen der Creme oben drauf sehen deine Raw Brownies göttlich aus… aber danke für deine ehrliche Meinung 😉 . Vielleicht bleibe ich doch bei den ganz normalen, „bösen“ Non-Raw-Brownies 😀 .
    Liebe Grüße, Ju

    1. Liebe Ju,
      Ich muss auch sagen, ich hab nach diesem Post riesige Lust auf „richtige“ Brownies 😀

      Liebe Grüße,
      Denise

  2. Sehr interessant deine ehrliche Antwort! Auf jeden Fall sehen deine Brownies grandios aus! Aber das Rezept lehrt mich, ohne Vitamix o.ä. wäre ich beim Zubereiten aufgeschmissen… 😉 Liebe Grüße, Bianca

    1. Hallo Bianca,

      du hast völlig Recht, ohne einen ordentlichen Mixer ist das Ganze unmöglich. Ich hab leider auch nur ein ganz normales Gerät mit sehr niedriger Leistung, das lief schon ziemlich heiß 😉

      Liebe Grüße,
      Denise

  3. Hui die sehen super aus. Ich finde es logisch das sie nicht genau gleich schmecken, es ist ja auch nicht genau das Gleiche;) Aber eben, eine feine Süssigkeit in der Form von Brownies und wenn man mit der Vorstellung an die Sache ran geht, vielleicht schmecken sie dann tatsächlich nach Brownies, weil man nicht zu hohe Erwartungen hat, hihi;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    1. Erwartungsmanagement, was ;)? Deswegen wollte ich ja ganz klar schreiben: nein, sie schmecken nicht so, damit hier keine falschen Erwartungen geweckt werden 😉
      Ich glaube das muss jeder selbst ausprobieren 😀

      Liebe Grüße,
      Denise

    1. Thanks so much Natalia.

      It’s really time I start writing my blog in english too, so you and other international reader can not only enjoy the pictures, but also read the text 🙂

      I’m working on it 😉

  4. Sieht wahnsinnig gut aus – echt schöne Fotos! Und mir läuft das Wasser im Mund zusammen bei dem Rezept, will die Brownies sofort haben! 😀

    1. Vielen Dank Vanessa 🙂
      Das Gute an dem Rezept ist ja, dass es nicht Backen muss. Wenn einen die Lust packt, ist es ruck-zuck fertig 😀

  5. Gerne! Dein Post ist übrigens super, ich habe selber mal diese Fake Mousse au Chocolate ausprobiert und bei mir war einfach ungenießbar, mag vielleicht auf ein bisschen am Rezept gelegen haben, aber an die echte wird sie sicher nie rankommen, den die besteht nicht ohne Grund auch aus Schokolade 😉
    Lg Ronja

    1. Ich seh schon, wir verstehen uns 😉
      Ungenießbar war meine zwar nicht und ich werde halt nochmal versuchen, mit ein paar Gewürzen und Aromen daran zu gehen. Aber wenn es Mousse au Chocolat sein muss, dann muss die Richtige sein 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

  6. Wow, die sind ja ein Träumchen! Sehen absolut herrlich aus, deine Brownies… Ich als großer Browniefan hab sie natürlich sofort auf die To Cook Liste gepackt 😉
    Liebe Grüße,
    Ela

    1. Ui, vielen Dank Ela 🙂
      Dann wünsche ich dir viel Erfolg mit den „gesunden“ Brownies. Sag doch gerne mal Bescheid, wie sie dir geschmeckt haben, würde mich interessieren 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

  7. Ich finde es wunderbar, wie ehrlich du schreibst! Schön die Erwartungen klein halten, dann wird schon niemand enttäuscht. Aber ich weiß jetzt auch nicht, ob ich die Brownies wirklich nachbacken soll, wenn sie nicht so geil schmecken, wie sie aussehen. Da ist mir der Aufwand wohl doch zu groß. Da esse ich lieber nur einmal in der Woche einen richtigen Brownie und in der Zwischenzeit das Obst und die Nüsse pur. Trotzdem sehen deine Fotos sehr verlockend aus!

    Lieber Gruß,
    Miri

    1. Hallo Miri!

      Schlecht haben die Brownies ja nicht geschmeckt!!!
      Nur eben nicht wie richtige Brownies. Ich wollte in meinen Lesern keine falschen Erwartungen wecken, so wie es die amerikanischen Blogs bei mir getan haben 😉
      Ich finde einmal die Woche einen richtigen Brownie auch eine sehr gute Lösung 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

  8. ENDLICH… Endlich nennt mal jemand das Kind beim Namen. Der Grund warum ich mich oft schwer tue aus amerikanischen Koch-/Backblogs Rezepte nachzuzaubern ist deren „everything is so amaaaaaaazing“-Einstellung. Ein gesunder Brownie, der genau so gut schmeckt, wie der ungesunde? Das wäre ja auch zu schön um wahr zu sein…

    Allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich vor nicht all zu langer Zeit Pralinen aus Avocado und Schokolade gemacht habe, die wirklich lecker waren. Allerdings muss man da ausprobieren. Je nachdem wie bitter die Schoki ist, habe ich auch schon ein wenig Puderzucker dazu getan. Gewälzt in Kakao sind sie leckerer als so manche künstlich schmeckende Praline. Vielleicht mal ein Test wert 🙂

    Alles Liebe,
    Jana

    1. Hallo Jana,
      haha, schön, dass du das auch so siehst 😉

      Wieso Schande, das klingt doch ganz wunderbar! Magst du mir das Rezept für deine Avocado-Schoko-Pralinen verraten 🙂

      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,
      Denise

  9. Das ist aber, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Rohkostküche steht vollkommen für sich alleine und man macht zB keinen rohen Cheesecake, um einen ‚echten‘ Käsekuchen nachzuahmen.
    Ich liebe diese Art von Zubereitung und würde es jederzeit einem normalen Brownie vorziehen, mit all den leeren Kalorien und Haufen an Zucker. Also ich bin im Food-Heaven; Fazit: Ansichtssache.

    Wenn du es nochmal probieren willst, dann gib Mandelmus zur Creme. Oder mach die Creme obendrauf auf Cashew-Basis (über Nacht wässern bzw einige Stunden, dann mit Wasser, Salz, und etwas Ahornsirup cremig mixen).

    Du kannst den Boden auch noch mit etwas Orangenabrieb verfeinern.

    Hier ein anderes Rezept, das mehr Geschmack beherbergt:

    Raw Brownies

    1/4 cup Wasser
    1 Teelöffel vanilla extract
    2 Teelöffel Ahornsirup
    1/2 cup Apfelmus
    1/2 cup Kakaopulver
    1/2 cup Kokosnuss Mehl
    1/2 cup Cashew Mehl
    Etwas Salz

    Chocolate Avocado Frosting

    2 kleine avocados
    1/3 cup Kakao
    2 Teelöffel Mandelbutter/Kakaobutter
    5 große Medjool Datteln
    1 Teelöffel Agavensirup
    1 Teelöffel Zitronensaft
    2 Teelöffel Soja/Cashew/ oder Mandelmilch
    Etwas Salz

    Funktioniert wie im Rezept oben beschrieben. Zutaten für den jeweiligen Part zusammen mixen, Boden in Form, Creme darüber, kalt stellen.

    1. Liebe Sarah,

      versteh mich nicht falsch, ich finde die Rokostküche wunderbar, köstlich und abwechslungsreich! Und ich mag das Gefühl, sich danach nicht von einer Tonne Zucker und Weißmehl erschlagen zu fühlen. Genauso sinke ich meine Gabel manchmal gerne in einen sündigen Brownie voller Butter 😉

      Mir ging es hier vor allem darum, ein paar Rezepte zu testen, die von diversen Blogs in den Himmel gelobt wurden und die eben tatsächlich als „like a real brownie“ betitelt wurden.
      Es soll ja auch ein wenig unterhaltsam sein, meinen Blog zu lesen und Spaß machen 😉
      Mir ist schon klar, dass ich dem Rezept mit Vanillemark, Tonkabohne, Zimt, Muskat, Orangenschale, Kokosmus oder Nussmus tolle Aromen verpassen kann. Aber in den Fall ging es eben um das Unverfälschte 😉 Ich mache mir sicher noch öfter Raw Brownies, genauso gerne aber mal einen richten Brownie. Wie du schon sagst: Ansichtssache 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

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