Ab nach Südtirol! Tolle Tipps und der köstliche Schwarzplentene Riebl.

Es gibt Orte auf diese Welt, von denen träume ich. 
Dazu gehören die Strände von Bali und den Malediven, die Fjorde Islands, die kanadischen Rocky Mountains und seit einiger Zeit auch Südtirol.
Letzteres ist von Deutschland sehr viel schneller zu erreichen, deswegen wird es höchste Zeit, Reisepläne zu schmieden! Dafür habe ich mir Unterstützung von einer echten Südtirolerin und einer meiner Lieblingsbloggerinnen geholt: Vicky von The Golden Bun. 

buchweizen riebl the golden bun

Und da Reisepläne schmieden hungrig macht, habe ich auch einen Klassiker aus der Südtiroler Küche mitgebracht: Schwarzplentene Riebl. 
Kennt ihr nicht? Ich bis vor wenigen Tagen auch nicht. Übersetzt: Buchweizen-Kaiserschmarrn.
Dazu ein paar karamellisierte Südtiroler Äpfel. Ich bin hin und weg. Herrlich!

schwarzplentene riebl

suedtiroler kueche buchweizen

Ganz konkret wurde mein Interesse an Südtirol letztes Jahr im Oktober, als die EOS  – Export Organisation Südtirol – einer der Sponsoren beim Foodbloggercamp in Berlin war.
Mit guten Weinen, köstlichem Speck, himmlischen Feinkost-Produkten und viel Charme hat mich die Südtiroler-Delegation restlos überzeugt: Da muss ich hin!
Mich begeistert die Einfachheit und gleichzeitig hohe Qualität der Produkte. Dazu kommt die unglaublich schöne Landschaft. Aus diesem Grund habe ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen, Südtirol besser kennen zu lernen. 

Bis es so weit ist und ich selbst Südtiroler Luft schnuppern darf, habe ich mir die zauberhafte Unterstützung von Vicky geholt. Vicky kommt aus Bozen, lebt momentan in München und bloggt auf The Golden Bun über Mode, ihre Reisen um die ganze Welt und ihre kulinarischen Entdeckungen.
Ich durfte sie alles über ihre Heimat Südtirol fragen und bin jetzt noch begeisterter. Lest selbst!

the golden bun suedtirol

Was charakterisiert die Südtiroler Lebensart für dich am besten?
Vicky: Das wunderbare Zusammenspiel von Südtiroler Kultur, die tolle Landschaft und der Einfluss der italienischen Mentalität und Küche.
 
Du bist schon viel in der Welt herumgekommen, hast andere Länder und Kulturen kennen gelernt. Was ist für dich typisch Südtirol?
Vicky: Erst wenn man etwas rumreist, merkt man, wie schön es zuhause ist. Es gibt unglaublich tolle Orte auf dieser Welt, aber Südtirol ist ohne Frage wirklich ein unglaublich schönes Stückchen Erde – wunderschöne Natur, leckeres Essen, toller Wein und natürlich wir sympathischen Südtiroler. In Südtirol leben meine Familie und gute Freunde, die mich immer wieder dorthin zurück ziehen. Auch die Landeshauptstadt Bozen zusammen mit dem Überetsch will ich gar nicht mehr missen.

Beschreibe mir doch bitte einmal deinen perfekten Tag in Bozen.
Vicky: Der Tag kann morgens mit einem Cappuccino in der Sonne auf dem Waltherplatz beginnen, dazu noch ein Brioche. Das Frühstück kann man auch auf etwas später verlegen und sich leckere Mehlspeisen in der Bäckerei Grandi holen – bei weitem auch das beste Brot in Bozen. Wenn ich jetzt anfange alle meine Lieblingssorten aufzuzählen, sind wir allerdings noch morgen da. Es sind um die 50 verschiedenen Sorten! 
Gut gestärkt ist man bereit für einen Bummel durch die Bozner LaubenRizzolliOberrauch Zitt und viele mehr sind die alteingesessenen Läden mit tollen Teilen, Südtiroler Mode, aber auch italienische Schuhe und Lederwaren. Ich schaue auch immer gerne bei TwinsetFurla und Coccinelle vorbei. Wenn man vom Rathausplatz losgeht, enden die Lauben auf dem Obstmarkt, wo noch einige besuchenswerte Boutiquen versteckt sind.
Zum Mittagessen kann man Südtirolerisch im Vögele oder im Franziskaner essen. Wem nach etwas Kultur ist, sollte auf keinen Fall einen Besuch im Museion, Museum für Moderne Kunst, auslassen. Es lohnt sich besonders am späten Nachmittag in den 4. Stock des Museums zu steigen und den Blick auf den rosarot leuchtenden 
Rosengarten genießen! Und bei schlechtem Wetter ist ein Museumsbesuch ohnehin das Beste! Nach dem Museumsbesuch kann man in der Museion Bar einen Aperol Spritz oder Hugo trinken und den Nachmittag ausklingen lassen.
Wenn man am Vortag noch keinen Tisch im Torgglhaus reserviert hat, sollte man das spätestens ab 17:00 Uhr machen – die beste und dünnste Pizza in Bozen. Alternativ kann man auch in die La Torcia oder Veruska gehen, die beide sehr gut sind. In Deutschland bekommt man leider nie einen guten Calzone – in Bozen gibt es auch dreierlei als Calzoncini – unbedingt in Bozen bestellen!
Nach einer leckeren Pizza und einem Viertel Wein kann man noch durch die Lauben spazieren und am Waltherplatz im Walther’s den tollen Tag mit einem Aperitif ausklingen lassen.
 
seiser alm

Sommer, Frühling, Herbst oder Winter – welche Jahreszeit ist für dich die schönste in Südtirol?
Vicky: Alle! Im Sommer kann man schöne Wandertouren machen, Radfahren oder  zu den Seen fahren. Im Frühling, wenn es beginnt schön warm zu werden, im Frühlingstalele spazieren gehen und die Krokusse und Maiglöcklein sprießen sehen. Und im Herbst darf man das Törggelen (alter Brauch zur Weinlese) auf keinen Fall verpassen. Südtirol ist wunderschön, wenn sich das Laub verfärbt! Und im Winter ja erst recht!

Was sollte ich unbedingt erleben und sehen, wenn ich Südtirol kennen lernen möchte? Was darf bei einem Südtirol-Besuch auf keinen Fall fehlen?
Vicky: Das kommt darauf an, was einem gefällt. Zum Wandern bietet es sich super an die wunderschöne Landschaft kennen zu lernen. Ansonsten gibt es auch tolle kleine Dörfer wie Tramin oder die Vingscher Gegend. Meran und Brixen sind auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Das kann man besonders gut mit einer Kellerei-Besichtigung verbinden. Die Südtiroler haben ja einen ausgezeichneten Wein. Besonders schön ist die neu umgebaute Kellerei in Eppan an der Weinstraße.

Mit deinen Restaurant-Tipps machst du auf The Golden Bun Lust auf gutes Essen. Was ist dein Lieblingsgericht aus der traditionellen Südtiroler Küche?
Vicky: Das ist schwierig! Wann immer mich jemand fragt, was so wirklich typisch Südtiroler Küche ist, fallen mir meistens nur Schlutzkrapfen, Südtiroler Weinsuppe, Gulasch mit Knödel und Krautsalat, Frittatensuppe und Strauben ein. Aber da gibt es noch vieles mehr. Neulich bin ich auf Hexenschlucker gestoßen und viele alte Rezepte. Die Südtiroler Küche ein Mix aus Tiroler- und Italienischer Küche. Schlutzkrapfen mag ich wirklich sehr gerne – hab ich aber leider selbst noch nicht so gut hinbekommen.
 
the golden bun girlan

Welche Südtiroler Spezialitäten sollte ich unbedingt probieren?
Vicky: Wie gesagt liebe ich Schlutzkrapfen. Die Teigtaschen mit Spinatfüllung sind super lecker. Sehr gerne esse ich auch ein Knödeltris mit Käse-, Spinat- und Speckknödel mit zerlassener Butter! Sehr lecker! Rippelen mit Röstkartoffeln sollte man sich nicht entgehen lassen! Als Dessert esse ich liebend gerne Marillen- oder Zwetschgen Knödel oder einen Kaiserschmarrn. 

Ende Mai findet in Bozen das Genussfestival Südtirol statt. Hast du dieses Fest schon einmal besucht? 
Vicky: Ja ich war schon einmal dort, das ist aber leider schon etwas länger her. Ein wirklich tolles Event (das auch ein umfassendes Rahmenprogramm rund um die Südtiroler Spezialitäten bietet, Anm. d. R.)! Vielleicht bin ich dieses Jahr ja zufällig da – einen Besuch wäre es auf jeden Fall Wert!
 
Zum Abschluss würde ich mich noch über deinen ultimativen Restaurant-Tipp freuen. Egal ob in Bozen, Hauptsache Südtirol!
Vicky: „Zum Löwen“ in Tisens – Tolles Essen und sehr guter Wein! 

golden bun weinberg 
Was für großartige Tips, vielen Dank Vicky!
Ich weiß noch nicht, wann genau ich Südtirol besuchen werde, aber wie Vicky schon sagt, jede Jahreszeit hat ihren Charme. Über das Jahr verteilt finden in Südtirol mehrere kulinarische Veranstaltungen statt, die zu besuchen sich lohnt.
Schon den ganzen Frühling über kann man an Apfelführungen* teilnehmen, bei denen man über die Obstwiesen wandern und alles über den Apfelanbau erfahren kann. Das Highlight des kulinarischen Jahres ist natürlich das große Genussfestival Südtirol*, das Ende Mai in Bozen stattfindet. Kurz vorher locken die Südtiroler Blauburgundertage* in Neumarkt und Montan mit Verkostungen rund um den Rotwein. 

Am ersten Oktoberwochenende widmet sich Brixen beim Südtiroler Brot- und Strudelmarkt* ganz der Backkunst. Ich kann mir den herrlichen Duft von frischem Brot und Apfelstrudel, der dabei in der Luft liegt, lebhaft vorstellen.
Parallel findet in Villnös das Südtiroler Speckfest* statt. Ich gehöre ja zu den Menschen, die Schinken am liebsten pur ganz ohne Brot essen. Zu gerne würde ich mich von Stand zu Stand naschen und verschiedene Specksorten ausprobieren.

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schwarzplenetene riebl

Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe jetzt Hunger!
Deswegen, Premiere, mein erstes Rezept aus der Südtiroler Küche: Der Schwarzplenete Riebl. 

Ein Schmarrn aus Buchweizen – ich konnte einfach nicht widerstehen! 
Dass die Südtiroler Küche der Österreichischen ähnelt, wusste ich schon. Einige leckere Produkte wie den klassischen Speck, die Weine, fruchtige Marmeladen und den würzigen Bergkäse durfte ich ja auch schon verkosten. Aber dass Buchweizen zu einem der Grundnahrungsmittel der bodenständigen Südtiroler Küche gehört, war mir neu. Und ich war begeistert!
Schwarzplentene, wie Buchweizen dort genannt wird, ist in Südtirol weit verbreitet. Im Kuchen, im Knödel, im Schmarrn. Der Himmel für Buchweizen-Fans wie mich.

buchweizenschmarrn

Einen Schmarrn, ich meine natürlich Riebl, aus reinem Buchweizenmehl hatte ich bis dahin noch nicht probiert. Ich dachte, der nussige Geschmack des Buchweizen wäre zuviel.
Oh, was habe ich mich geirrt!
Dabei ist nichtmal Zucker im Teig. Man bekommt den vollen Geschmack des Buchweizenmehls.
Ich steh da total drauf, kann mir aber vorstellen, dass es für Buchweizen-Neulinge ungewohnt ist. Deswegen solltet ihr den Schmarrn unbedingt mit den karamellisierten Äpfeln servieren. Die Kombination ist perfekt.
Einfach köstlich! Das Rezept hat Potential zum neuen Lieblingsessen.

Ich freue mich schon darauf, welche Überraschungen die Südtiroler Küche noch für mich bereit hält!

Schwarzplentene Riebl (Buchweizenschmarrn)
Ingredients
  1. 200 g grobes Buchweizenmehl
  2. 500 ml Milch (auch laktosefrei oder Mandelmilch funktioniert)
  3. 2 Eier
  4. 1 TL Backpulver
  5. 1 Prise Salz
  6. Butter zum Backen
  7. 3 Südtiroler Äpfel
  8. 3 EL Puderzucker
  9. 50 ml Südtiroler Weißburgunder (oder anderer Weißwein)
  10. 25 g Butter
  11. 1/2 Vanilleschote
  12. 1 Prise Zimt
Notes
  1. 1. Das Buchweizenmehl mit dem Backpulver in eine große Schüssel geben und vermischen. Die Milch dazugeben, glattrühren und den Teig 20 Minuten ruhen lassen.
  2. 2. Währenddessen die Äpfel waschen und fein würfeln. Den Puderzucker in einer Pfanne karamellisieren lassen, die Äpfel dazugeben, mit dem Mark der Vanilleschote und einer Prise Zimt abschmecken und mit dem Weißwein ablöschen. Dann die Butter unterrühren. Alles ca. 5 Minuten einkochen lassen, vom Herd nehmen und beiseite stellen.
  3. 3. Die Eier und das Salz unter den Teig rühren. Etwa einen EL Butter in einer Pfanne schmelzen. Den Teig ca. 2 - 3 cm hoch in die Pfanne geben und ausbacken. Vorsichtig wenden und mit Hilfe einer Gabel und einem Pfannenwender in kleine Stücke rupfen. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren.
  4. Die karamellisierten Äpfel über den Schmarrn geben und mit Puderzucker bestreuen.
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buchweizenschmarrn gabel

 

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5 thoughts on “Ab nach Südtirol! Tolle Tipps und der köstliche Schwarzplentene Riebl.

    1. Vielen Dank liebe Alnis 🙂
      Da haben wir die Liebe zu Südtirol ja gemeinsam. Bozen und das Meraner Land reizen mich auch ganz besonders 😉

      Liebe Grüße,
      Denise

    1. Ja, wirklich ein Traum, und so nah 🙂
      Das Rezept ist wirklich köstlich 😉 Schön, dass es dir auch gefällt!

      Liebe Grüße,
      Denise

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