Südtiroler Apfelstrudel – Äpfel für alle!

Während meines Südtirol-Besuchs ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, einen frisch gepflückten Apfel zu probieren. Ich Stadtkind.
Ich flippe beim Anblick von reifen roten Äpfeln am Baum völlig aus vor Freude und Faszination.
Ich glaube die Südtiroler fanden das etwas befremdlich. Aber was soll ich sagen, ich Stadtkind? Hier gibt’s sowas halt nicht!

suedtiroler apfelstrudel

Mit derselben Begeisterung für Äpfel und alles, was man damit machen kann, musste ich eine Südtiroler Bäckerin fragen, wie sie ihren Apfelstrudel zubereitet. Den wollte ich zuhause nämlich unbedingt nachmachen, weil er einfach himmlisch duftete und so gut aussah. Aber ihr wisst ja, Gluten und so. Aber ich hab von der Füllung genascht und schon allein die war köstlich!
Also habe ich, kaum wieder zuhause, meinen eigenen Südtiroler Apfelstrudel gebacken. Und ich muss sagen – ein absolut gelungener Apfelstrudel! 
Den wollt ihr auch? Dann hab ich noch eine gute Nachricht für euch! Bald gibt’s nämlich Südtiroler Äpfel* umsonst…

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Am 4. September kommen die Südtiroler Äpfel nach Deutschland. Gala Äpfel, um genau zu sein. Die sind nämlich gerade jetzt reif und genau so einen habe ich vor wenigen Tagen selbst noch frisch vom Baum gepflückt.
Und wisst ihr was? Die reisen mit der Bahn an!
Zumindest sind sie am Bahnhof zu finden. In den Hauptbahnhöfen in München, Hamburg, Leipzig, Berlin, Köln und Frankfurt gibt es am 4.9. ab 7:00 Uhr frische Südtiroler Äpfel umsonst, solange der Vorrat reicht.
Jeder der vorbeikommt kann außerdem einen Genusskorb mit Südtiroler Produkten gewinnen.

foodlovin suedtirol apfel

gala apfel frisch

Rund eine Million Äpfel werden jährlich in Südtirol geerntet. Kein Wunder, dass sie uns freiwillig welche abgeben! 
13 verschiedene Sorten tragen die geschützte Bezeichnung g.g.A. – und nein, ich hatte bis vor kurzem auch noch keine Ahnung, was dieses g.g.A. eigentlich heißt. Geschützte Geographische Angabe. Es darf sich eben nur ein Apfel aus Südtirol auch Südtiroler Apfel nennen.
Und wer von 13 Sorten etwas überfordert ist – ich war es – kann sich online mit einem Apfel-Konfigurator* einfach seine Lieblingssorte erraten lassen. Ich mag solche Spielereien. Mir empfiehlt der Konfigurator die Sorte Modi* – und es stimmt. Diese Sorte mag ich wirklich sehr gern!

Die Äpfel werden in Südtirol übrigens noch ganz traditionell von Hand gepflückt. Als mir ein Apfelbauer davon erzählte, habe ich tatsächlich kurz darüber nachgedacht, mich mal als freiwillige Helferin zur Apfelernte zu melden. Helfer sind jedes Jahr herzlich willkommen und irgendwie finde ich die Vorstellung unheimlich romantisch (den Teil mit der harten Arbeit, Schwielen an den Händen und Rückenschmerzen ignorier ich in meiner romantischen Vision mal gekonnt). 

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gala apple

apfelbaum südtirol

So ein knackiger Apfel am Morgen ist schon mal ein guter Start in den Tag.
Oder ein gesunder Snack zwischendurch. Ich lebe tatsächlich nach dem Motto an apple a day und esse fast jeden Tag einen Apfel. Das war aber nicht immer so!
Hab ich euch mal erzählt, dass ich lange Zeit allergisch gegen Äpfel war? Seit der Kindheit bis in die zwanziger konnte ich keine rohen Äpfel essen, ohne dass meine Lippen aussahen wie eine misslungene Schönheits-OP. Und irgendwann, so mit 27, da war es einfach weg. Seitdem liebe ich Äpfel.

Mit den feinen Äpfeln lässt sich natürlich noch viel, viel mehr anstellen, als sie einfach als Snack zwischendurch zu genießen.
Ich bin gedanklich schon bei weihnachtlichen Bratäpfeln, bei gedecktem Apfelkuchen, bei einem Herbstsalat mit Nüssen und Apfel. Ich esse auch unheimlich gerne ein Stück Apfel mit etwas Käse und Schinken. Dazu ein paar Walnüsse und ein Glas Wein und ich bin glücklich.

apfelstrudel backen

apfelstrudel vanille sauce

apfelstrudel fuellung

Kreative Rezepte, klassische Rezepte, herzhafte Rezepte oder süßes Backwerk. Wahre Multitalente sind diese Äpfel. Hier bleibt es heute ganz klassisch. Naja, fast. Denn ein bißchen etwas Besonderes ist dieser Apfelstrudel schon!
Das Besondere am Südtiroler Apfelstrudel ist nämlich: er wird nicht mit Blätterteig gebacken, sondern mit Mürbeteig.
Es gibt zwar verschiedene Varianten, auch mit Blätterteig, aber ich wollte die Version mit Mürbeteig unbedingt ausprobieren, nachdem ich sie frisch gebacken auf dem Ungerer Hof entdeckt habe.

Wenn ich ganz ehrlich bin, ist der Teig für mich sogar zweitrangig. Für mich spielt die Füllung die absolute Hauptrolle.
Saftig muss sie sein, aber nicht matschig. Süß und schön zimtig. Rosinen dürfen auch gerne mit rein. Früher hab ich sie immer rausgepickt, aber mit dem Alter kam die Weisheit und ich habe festgestellt, dass Rosinen eigentlich eine ganz feine Sache sind. Das kleine Highlight in diesem Apfelstrudel sind aber die gerösteten Pinienkerne. Sie geben dem Apfelstrudel Biss und ein besonders feines Aroma. 

Apfelstrudel selbst machen

selbstgemachte vanillesauce

warmer apfelstrudel mit vanillesauce

Ein Rezept, von dem man nicht glaubt, wie einfach es eigentlich ist. Wirklich genial einfach. Die Zutaten dafür hat man sogar fast immer im Haus. 
Perfekt für den Spätsommer, wenn die frische Apfelernte da ist und es draußen langsam wieder kühler wird. Ein Spaziergang an der frischen Spätsommerluft, noch etwas goldenes Sonnenlicht tanken und danach einen frisch gebackenen Apfelstrudel genießen – da fühl ich mich fast wieder wie in Südtirol!

Verratet ihr mir euer liebstes Rezept mit Äpfeln?

Südtiroler Apfelstrudel
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Für den Mürbeteig
  1. 300 g Mehl
  2. 200 g kalte Butter
  3. 100 g Zucker
  4. 1 Prise Salz
  5. ½ TL geriebene Zitronenschale
  6. 1 Ei
Für die Füllung
  1. 800 g Südtiroler Äpfel
  2. 2 EL Zitronensaft
  3. 100 g brauner Zucker
  4. 90 g Semmelbrösel
  5. 1 EL Butter
  6. 40 g Rosinen
  7. 30 g Pinienkerne
  8. 2 EL Rum
  9. 1 Pck. Vanillezucker,
  10. je 1/2 TL Zimt, geriebene Zitronenschale, gemahlene Nelken
  11. 50 g gehobelte Mandeln
  12. 1 Ei zum Bestreichen
  13. Puderzucker
Instructions
  1. 1. Für den Mürbeteig das Mehl mit dem Zucker, einer Prise Salz und der geriebenen Zitronenschale in eine Schüssel geben. Die kalte Butter würfeln und zum Mehl geben. Mit den Händen oder den Knethaken verkneten. Dann das Ei hinzufügen und zu einem glatten Teig weiter kneten. In Klarsichtfolie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. 2. Für die Füllung die Äpfel schälen, vierteln und entkernen. In schmale Scheiben schneiden und mit dem Zitronensaft in einer großen Schüssel vermengen. Den braunen Zucker, die Rosinen, Pinienkerne, den Rum, Vanillezucker sowie den Zimt, die Zitronenschale und die Nelken dazugeben. Alles gut miteinander vermischen.
  3. 3. Die Semmelbrösel in einer kleinen Pfanne ohne Fett mit 1 EL Butter anrösten.
  4. 4. Das Backofen auf 180 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  5. Den Mürbeteig auf eine bemehlte Arbeitsplatte geben und ca. 25 x 40 cm groß rechteckig ausrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und mit den Semmelbröseln bestreuen. Die Füllung auf den Teig geben, dabei an der langen Seite etwa 1/3 frei lassen. Den Strudel einschlagen und die Enden verschließen. Den Strudel mit dem verquirltem Ei bestreichen und mit den Mandelblättchen bestreuen. Im vorgeheizten Ofen ca. 25 – 30 Minuten goldbraun backen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen und nach Wunsch mit Vanillesauce reichen.
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13 thoughts on “Südtiroler Apfelstrudel – Äpfel für alle!

    1. Hallo Tanja,

      mir auch. Und dann kam die dunkle Erinnerung, so etwas schonmal gegessen zu haben 🙂
      Auf jeden Fall mal einen Versuch wert 🙂

      Liebe Grüße,
      Denise

  1. Das sieht wieder fantastisch aus und ich wollte ohnehin mal selbst einen Abpfelstrudel backen. Die Variante mit Mürbeteig finde ich sehr interessant, evtl. mache ich das bald mal nach. 🙂

    1. Vielen Dank Malte 🙂
      Die Variante mit Mürbeteig finde ich persönlich sehr viel einfacher als die mit Blätterteig.
      Viel Spaß beim Ausprobieren 🙂
      Denise

  2. Dein Apfelstrudel sieht einfach nur himmlisch aus! Ich liebe Äpfel in gebackener Form über alles, und Apfelstrudel mache ich auch immer gern. Die Aktion Äpfel zu verschenken finde ich toll, allerdings herrscht in München am Hauptbahnhof gerade das totale Flüchtlingschaos – viele hundert Menschen sind hier in den letzten Tagen am Hauptbahnhof angekommen und freiwillige Helfer bringen Essen und Wasser für sie dort hin. Ich glaube ehrlich gesagt, die Aktion wird da ziemlich untergehen – oder die Äpfel werden halt an Flüchtlinge verteilt, was ja auch fein ist 🙂
    Liebe Grüße,
    Ela

    1. Vielen Dank liebe Ela!
      Ich liebe gebackene Äpfel auch. Freue mich schon Bratäpfel zu Weihnachten 🙂

      Ach herrje, ich hab’s auch gerade wieder im Radio gehört. Ich bleib mal auf dem Laufenden, vielleicht wird die Aktion ja verschoben. Die Idee, die Äpfel an die Füchtlinge dort zu verteilen, fände ich aber auch schön.

      Liebe Grüße,
      Denise

  3. Wow, wow, wow! Das sieht mega lecker aus!
    Und die Äpfel sind ja mal optisch richtig zum Anbeißen!
    Wäre toll wenn auch Äpfel an die Flüchtlinge verteilt werden, das wäre doch der perfekte Empfang in Deutschland 🙂
    Lg Jenny

    1. Vielen lieben Dank für soviel Wow 🙂
      Die Äpfel sind wirklich ein Knaller. Ganz frisch vom Baum gepflückt, einfach ein Traum 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Denise

  4. liebe denise,

    hach, dein strudel ist a woahnsinn! diesen freitag habe ich dich in meinem meran bericht direkt noch damit verewigt, btw 🙂 wir haben ihn in meran mit luis haller zubereitet, und ich fand ihn so mega köstlich! mir schmeckt die rustikale mürbeteig variante fast noch besser als die mit dem dünnen strudelteig. deine fotos lassen mein fernweh nach südtirol gerade nochmals sehr lebendig aufleben.

    schönen urlaub & genieße jeden moment!
    deine trickytine

    1. Liebe Tine,
      hach, vielen lieben Dank <3
      Ich find's immer noch so witzig, dass wir gleichzeitig in der Gegend waren und schade, dass es nicht mit einem Treffen geklappt hat.

      Viele liebe Grüße,
      Denise

  5. Dieser Apfelstrudel sieht fantastisch aus. Gerne möchte ich ihn nach diesem Rezept backen. In dem Rezept für den Mürbeteig steht als Zutat: 200 g kalte Butter und 100 Gramm Butter. Ich möchte gerne wissen wie viel Butter ich nehmen soll. Vielen Dank für eine Antwort und einen herzlichen Gruß Petronella

    1. Da hat sich etwas Butter zu viel eingeschlichen (wobei, zuviel Butter, gibt’s das überhaupt ;)?
      200 g sind richtig. Es ist ein ganz klassischer Mürbeteig im Verhältnis 3-2-1. Viel Spaß beim Backen!

      Liebe Grüße,
      Denise

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