Die perfekte Käseplatte – über Regeln und Vorschriften.

In der Welt der Kulinarik gibt es ja jede Menge Regeln, Gesetze und Vorschriften.
Damit meine ich nicht Themen wie Kühlkette, Hygiene oder Gesundheitszeugnis. Nein, vielmehr meine ich Richtlinien wie Weißwein zum Fisch, Rotwein zum Fleisch, der Tellerrand gehört dem Gast.
Einige dieser Regeln werfe ich gerne freudeschreiend wie Konfetti über Bord.
Andere finde ich spannend, bildend und durchaus einen zweiten Blick wert. Wie zum Beispiel der perfekt gedeckte Tisch oder die Zusammenstellung einer perfekten Käseplatte.

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Eine wunderschön und vielfältig zusammengestellte Käseplatte kann ein wahrgewordener Traum sein.
Oder ein vor sich hin dümpelnder Albtraum. Beides schon erlebt. Aber wie schaffe ich es, mir selbst oder meinen Gästen eine Käseplatte zu zu dekorieren, die Augen und Gaumen jubeln lässt?
Ich hab‘ mich zusammen mit dem Feinkost-Shop Emilia* mal an die perfekte Käseplatte heran getastet.

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Eine bunt zusammengestellt Käseplatte hat etwas Dekadentes.
Wenn es dazu dann noch einen guten Wein gibt, schummriges Licht, gute Gespräche – besser geht’s nicht. Gerade jetzt, wenn man endlich mal Zeit zum Genießen hat.
Eine Käseplatte erfordert nicht viel Vorbereitung, macht aber richtig was her. Und ich mag dieses ungezwungene Naschen von einer großen Platte, die einfach auf dem Tisch steht. Alles kann, nichts muss.
Perfekt für Abende mit vielen Gästen, oder auch nur zu zweit mit der alten Schulfreundin, die man nur an den Feiertagen sieht.  
Ich nenn’s mal Wohlfühltage
Ein Kamin würde der ganzen Szenerie noch die Krone aufsetzen. Tatsächlich habe ich vor ein paar Jahren im Dezember mal mit meiner besten Freundin so eine Kamin-DVD in den DVD-Player geschmissen, weil wir Kaminfeuer zu unserer Käseplatte und Rotwein wollten. Nun, ich würde euch dann doch eher zu Kerzenschein raten.

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Aus Käse  kann man ja genau wie aus Wein, Bier, Schokolade oder jedem anderen handwerklich hergestellten Produkt eine Wissenschaft machen. Aber wie das so ist mit Regeln – das meiste sind eher Richtlinien. So auch bei Käseplatten.
Der eine sagt, ein Blauschimmelkäse muss drauf. Wenn den aber keine der Gäste macht, ist er allenfalls überflüssig. Mit ein paar Richtlinien an der Hand, ein wenig Kreativität und gutem Geschmack lässt sich aber ganz problemlos die perfekte Käseplatte zusammenstellen. Los geht’s!

Wieviele verschiedene Käsesorten?
Zwischen 3 und 7 Sorten sind eine gute Anzahl. Grundsätzlich sollten möglichst viele verschiedene Geschmacks- bzw. Stilrichtungen dabei sein. Eine vielfältige Mischung ist zum Beispiel

  • ein gereifter Hartkäse, wie ein alter Gouda oder Comté
  • ein Weichkäse, wie ein Camembert oder Brie
  • ein schnittfester Käse wie Manchego, Emmentaler oder Maasdammer
  • ein Ziegen- oder Schafkäse wie Pecorino
  • (ein Blauschimmelkäse wie Gorgonzola. Mag ich nicht, kommt mir nicht auf die Platte. Meine Platte, meine Party.)

Würde ich mich nicht zurückhalten, gäbe es auf meiner Käseplatte wahrscheinlich 10 verschiedene Sorten.
Aber mein Auge ist da ja gern mal größer als die Mägen all meiner Gäste zusammen und ich kann mich bei solchen Köstlichkeiten einfach nur schwer zügeln. Aber gut, letztendlich befinden sich auf meiner perfekten Käseplatte 6 Sorten.

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Welches Brot passt zu Käse?
Ich finde ja, man sollte beim Brot ein wenig vorsichtig und zurückhaltend sein.
Brot und Käse sind für sich allein stehend schon sehr sättigend. Kombiniert man beide, schafft man es vielleicht nicht mal bis zur zehnten sechsten Käsesorte. Wir machen hier ja kein belegtes Brot mit Käse. Das Graubrot oder den Roggenvollkorn würd ich deswegen mal lieber für’s Frühstück aufbewahren. Zu einer perfekten Käseplatte passen

  • salzige Cracker oder Grissini
  • sehr schön finde ich Nussbrote oder Früchtebrote, ein süßes Panforte ist auch herrlich
  • auch ein Focaccia kann gut passen, vor allem wenn ihr Olivenöl oder Chutneys zum Käse serviert
  • wenn’s sein muss: Baguette für Weichkäse (muss es meiner Meinung nach nicht).

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Welche Beilagen zur Käseplatte?
Let the fun begin! Jetzt geht der Spaß los.
Käse an und für sich ist fein, aber die Party im Gaumen startet erst, wenn Obst, Nüsse oder Konfitüren mitmachen.
Hier sind Kontraste eine sehr schöne Sache. Knackige Nüsse zum weichen Ziegenkäse, cremige Konfitüren zum würzigen Bergkäse. Süßer Honig zum kräftigen Nusskäse oder frisches, knackiges Obst zum gereiften Gouda. Eine gute Regel sind 4 herzhafte und 4 süße Beilagen, zum Beispiel

  • Oliven, Rauchmandeln, Parmaschinken, Senf
  • Honig, Trockenfrüchte, kandierte Nüsse, Chutneys
  • Frisches Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Feigen.

Bei der Auswahl entscheidet euer Geschmack. Ich liebe Walnüsse zum Käse, Pinienkerne sind auch ein Renner. Reinlegen könnte ich mich in Feigenkonfitüre, Tomatenkonfitüre oder Rauchmandeln. Ich habe wirklich den allergrößten Spaß dabei,  verschiedene Geschmackskombinationen aus Käse und Beilagen auszuprobieren und die ultimative Kombination zu finden.

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Die Käseplatte vorbereiten.
Wieviel Käse braucht man überhaupt für eine Käseplatte?
Kommt drauf an!
Ist die Käseplatte der Hauptgang, rechnet man mit ca. 150 – 200 g Käse pro Person. Als Teil eines Menüs oder als Dessert sollten es nur etwa 50 – 60 g Käse pro Person sein. Bevor der Käse serviert wird, sollte er etwa 30 Minuten außerhalb des Kühlschranks verbringen. So entfaltet er sein Aroma am besten.

Beim Anrichten gibt es eine ganz einfache Regel: die Käseuhr.
Man beginnt bei 12 Uhr mit dem mildesten Käse und ordnet dann je nach Geschmacksabstufung von mild nach würzig an. Hilfreich sind auch verschiedene Messer, damit der weiche Ziegenfrischkäse nachher nicht am harten Mimolette klebt.

Soviel zur Theorie, jetzt habe ich euch noch ein paar meiner Lieblingskombinationen mitgebracht. Wir starten ganz mild und arbeiten uns zum kräftigsten Käse vor – wie man das eben so macht!

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Wir starten mit dem ganz zarten, milden Ziegenkäse mit Feigenkonfitüre. Ziegenkäse und Honig sind immer ein gutes Paar, dazu ein paar knackige Mandeln und Pistazien, ein toller Start.

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Auf diesen Käse war ich ganz besonders scharf: Ein Pecorino mit Pistazien. Ich mag Pecorino sehr und für alles mit Pistazie bin in wenigen Sekunden zu begeistern. Für meinen Geschmack hätten beide Aromen stärker hervorkommen können. Es ist ein sehr milder Käse. Gut passt eine frische Birne oder etwas Honig dazu.

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Auch auf den Lagrein-Weinkäse war ich wahnsinnig gespannt. Ein Käse kombiniert mit meinem Lieblingswein des Jahres. Ich fand ihn überraschend mild. Die herben Pinienkerne passen perfekt dazu und auch das süße Früchtebrot und die Feigenkonfitüre ergänzen die Aromen fabelhaft. Dazu könnte ich mir auch, wie sollte es anders sein, ein Glas Lagrein vorstellen.

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Ein abgefahrener Käse sollte auf jeder Käseplatte zu finden sein. Das wäre er dann. Ein Weichkäse mit Nusslikör. Das Nussaroma kommt schön kräftig durch. Zur Verstärkung gibt es noch ein paar frische Walnüsse dazu. Mit dem süßen Panforte ist das einfach himmlische Kombination.

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Noch einer meiner Favoriten – aber das war von Anfang an klar. Auf den Geschmack von Mimolette bin ich schon vor vielen Jahren gekommen. Ich mag seine feste Struktur und den salzigen Geschmack. Dazu ein paar süße geröstete Haselnüsse, perfekt!

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Der Marechal de Montagne ist ein richtig schön würziger Bergkäse.
Eine meiner liebsten Kombinationen ist ein würziger Käse mit süßen Trockenfrüchten. Aber auch Oliven passen hervorragend. Dazu ein Glas trockener Weißwein, vielleicht ein Kerner, und ich bin im Himmel.

Alle Käsesorten und viele Beilagen wie das Panforte oder die Konfitüren könnt ihr vollkommen unkompliziert bei Emilia online bestellen. In einer Kühlbox kommen sie frisch zu euch. 

Einfach perfekt für diese gemütlichen Wohlfühltage, findet ihr nicht auch?

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9 thoughts on “Die perfekte Käseplatte – über Regeln und Vorschriften.

  1. Yey, wir haben im Dezember auch immer mindestens zwei Käseplatten auf dem Tisch – die zu Heiligabend hat sich irgendwie eingeschlichen und ist seit einigen Jahren liebe Tradition.
    Wir haben immer Comté und Morbier mit dabei, Neuzugänge dieses Jahr waren Lagrein (den fand ich richtig gut!) und ein Tête de Moine. Dazu gibt’s dann Feigen- und/oder Orangensenf, diverse Chutneys, Weintrauben und Nüsse und – zu meinem Leidwesen 😉 – Baguette, dabei finde ich Früchtebrot auch viel toller!

    LG <3

  2. Liebe Denise, danke für diese schöne Zusammenstellung, eine echte Inspiration, vor allem mit den entsprechenden Kombinationen passend zum Käse! Meine Lieblinge sind Jurassic und Red Leicester Cheddar hmmmmm.

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