Rinderbraten mit Röstkartoffeln und Whisky-Sauce – deftig, derb und rustikal

Heute wird es deftig. Heute wird es rustikal, derb und herzhaft.
Kein Puderzucker, keine Herzchen, keine Plätzchen und sowieso nichts mit -chen am Wortende. Mein heutiges Rezept ist was für echt Kerle: Rinderbraten mit Röstkartoffeln und Whisky-Sauce.

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Die Idee zu diesem Rezept kam mir beim ersten Blick auf den Online-Shop Heldbergs*. Eine Schatztruhe für alle, die gerade noch ein Geschenk für den Vater, Bruder oder Mann suchen. Eben für alle echten Männer. Na gut, und auch für alle Frauen, die auf rustikales Zeug aus Holz und Eisen stehen. Nach ein paar Minuten hatte ich das dringend Bedürfnis, in die Küche zu gehen und etwas richtig rustikales zu kochen. Das Ergebnis konnte ich schmecken lassen, ganz besonders die Whiskey-Sauce. Oh my…!

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Ja, ich benutze die Produkte aus einem Shop für Männer.
Klingt im ersten Moment vielleicht seltsam, aber soll ich euch mal was sagen was passiert ist, als ich Heldbergs genauer unter die Lupe genommen habe. Mein Blick ging nach links – verdammt, niemand auf der Couch! Ich habe (vergeblich) den bärtige, kernigen, testosterongeladenen Kerl an meiner Seite gesucht, um ihm etwas aus diesem Shop schenken zu können.

Heldbergs hat nämlich eine eigene Kategorie für die Küche.
Kitchen Warriors (an dieser Stelle bitte unbedingt Manowar mit Warriors of the World anhören. Ich will mit diesem Ohrwurm nicht allein bleiben. Außerdem unterstreicht es die testosterongelade Stimmung dieses Beitrags).
Mal ganz davon abgesehen fahr ich auf das geile Zeug von Heldbergs selbst ziemlich ab. Die Emaille-Teller sind ein Traum und wer mich glücklich machen will schenkt mir keine Herzbackform sondern die Axt mit Küchenbrett. Mit der ich dann im Takt von Manowar Rosmarin hacken kann. 

rezept braten whiskey soße

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rustikales-geschirr

Und wenn wir mal ehrlich sind, wir Frauen stehen doch selbst auf die „typisch männliche“ Küche.
Manchmal ist so ein ganzer Braten eben richtig geiles Zeug.
Aber ich kenne viele – egal ob Männlein oder Weiblein – die sich vor der Zubereitung eines großen Bratens scheuen. Kein Problem, das kriegen wir hin!
Wir wollen Röstaromen, wir wollen Fleischsaft, wir wollen grobkörniges Meersalz und eine dick eingekochte Soße. All das wollen wir vielleicht nicht im Sommer, aber jetzt ist dafür genau die richtige Zeit.

Ich muss dabei immer an einen Mädelsabend mit meinen Studienfreundinnen denken. Wir waren in einem zuckersüßen Restaurant essen, dessen Thema das Knusperhäuschen aus Hänsel und Gretel war. Spitzendeckchen, glitzernde Hirschköpfe an der Wand und hellblau-rosa karierte Tischdecken. Und was machen die grazilen Elfen? Bestellen Ochsenbäckchen, Tellerfleisch, Schweinebraten und Rouladen. Soviel zum Klischee der salatknabbernden Elfen.
Oder an unseren Trip nach Prag, wo wir uns natürlich auf die Schönheit und Kultur der Stadt gefreut haben. Noch mehr aber auf Knödel, Braten und Bier. 

Ja, die Rollenklischees verschwimmen und somit hab ich auch gar kein schlechtes Gewissen, statt Porzellanteller und Puderzuckersieb heute mal Emaille-Geschirr und Braten auf den Tisch zu bringen. Ich bin ja eh nicht so die Kandidatin für rosa Zuckerguss und Pastell.
Heute also eher Zelt und Axt statt Spitzendeckchen und Kuchengabel. Ein Blick in mein Rezept-Notizbuch und es kann losgehen.

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Ihr könnt euch das verdutzte Gesicht des Metzgers nicht vorstellen, als ich versucht  habe ihm zu erklären, dass ich gerne ein richtig schön durchzogenes Stück Fleisch vom Rind aus der Keule hätte. 
Frauen, die Fleisch mit Fett verlangen?
Komme in seinem Beruf nicht allzu oft vor. 
Traurig, denn das Fett verleiht einem Braten doch erst seine Saftigkeit und macht möglich, dass es praktisch von allein zerfällt. Nicht gegen ein gutes Filetstück. Aber für einen stundenlang geschmorten Braten muss es eben ein bißchen Substanz haben. Außerdem lernen wir Verbraucher ja gerade langsam aber sicher, dass ein Tier nicht nur aus Filet besteht und das es weder ethisch noch ökologisch vertretbar ist, sich immer nur das edelste Fleisch heraus zu picken. Ich hab mich jedenfalls gefreut wie ein Schnitzel (passenderes Wortspiel ging nicht), als mir der Metzger von hinten ein schönes Stück ausgelöste Rinderkeule brachte. 

Das wanderte dann relativ unbehandelt in die schwere Eisenpfanne. Die kann ordentlich viel Hitze vertragen, die der Braten für eine schöne krosse Kruste braucht. Die Holzgriffe kann man einfach entfernen, so dass die ganze Pfanne samt Braten und Röstaromen dann in den Ofen wandert. Da gart es dann ganz langsam und gemächlich vor sich hin. Ganz wichtig: ein Fleischthermometer, das die Kerntemperatur kontrolliert. 

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In der Zwischenzeit kann man ein Glas Whiskey oder Rotwein trinken und sich an die Beilagen machen.
Simpel, einfach, schnörkellos: Röstkartoffeln, geschmorte Tomaten, Kräuterbutter. Die simplen Dinge, die aber so, so gut sind. 
Und dann die Sauce. Für mich das absolute Highlight, das aus lecker bodenständig –mhhhhh oh mein gott ist das köstlich- macht. Diese Sauce ist so gut, ich hab zum Schluss die Kartoffelecken direkt hinein getunkt.
Serviert wird auf Emaille Tellern und Schüsseln. Ich mag es, weil es so unkompliziert ist. Runterfallen? Kein Problem. Für ein spontan-Dinner im Freien mitnehmen – auch kein Problem.
Und richtig schick wird so ein Emaille-Becher sowieso erst mit ein paar Beulen, Ecken und Kanten, die uns Geschichten davon erzählen, mit wem dieser Becher schon angestoßen hat.
So, dass man sich eben fragt What’s the Story?

Mir gefällt’s heute mal rustikal und maskulin, mir schmeckt’s hervorragend und euch hoffentlich auch! 

Rinderbraten mit Whiskey-Sauce, dazu Röstkartoffeln und selbst gemachte Kräuterbutter
Für den Braten
  1. 1,2 kg Rinderbraten
  2. 200 g Schalotten
  3. 1 EL Butterschmalz
  4. 1 EL Senf
  5. je 2 Zweige Thymian und Rosmarin
Für die Röstkartoffeln und Tomaten
  1. 750 g Kartoffeln
  2. ½ TL geräuchertes Paprikapulver
  3. 2 EL Rapsöl
  4. 1 TL grobes Meersalz
  5. 200 g Cocktailtomaten
Für die Sauce
  1. 125 ml Whiskey
  2. 125 ml Rinderfond
  3. 1 TL Tomatenmark
  4. 100 ml Sahne
  5. 2 Zwiebeln, gewürfelt
Für die Kräuterbutter
  1. 250 g Butter
  2. je 2 Zweige Salbei, Thymian, Oregano und Basilikum
  3. ½ TL Paprikapulver
  4. 1 Prise Currypulver
  5. 1 Prise Salz
  6. ½ TL gerieben Zitronenschale
Instructions
  1. 1. Das Fleisch ca. 30 Minuten vor Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen.
  2. Die Kartoffeln schälen und längs in ca. 1 cm breite Spalten schneiden. In einer Schüssel mit dem Rapsöl und dem Paprikapulver mischen, beiseite stellen.
  3. 2. Den Ofen auf 80 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Schalotten schälen und vierteln. Das Butterschmalz in einer Eisenpfanne auslassen. Die Schalotten darin anrösten, wieder herausnehmen. Das Fleisch in derselben Pfanne von allen Seiten ca. 7-8 Min. scharf anbraten. Dann rundherum mit Senf einreiben, mit Thymian und Rosmarin belegen und zusammen mit den Schalotten wieder in die Pfanne geben. vorgeheizten Backofen bei 80 °C ca. 2 – 3 Stunden gar ziehen lassen, bis die Kerntemperatur 55 °C beträgt.
  4. 3. In der Zwischenzeit die Kräuterbutter vorbereiten. Die weiche Butter in eine Schüssel geben und mit dem Paprikapulver, Currypulver, Salz und der geriebenen Zitronenschale mischen. Die Kräuter fein hacken und unterrühren. Die Butter auf ein Stück Alufolie geben und zu einer Rolle formen. Im Kühlschrank wieder fest werden lassen.
  5. 4. Die Pfanne aus dem Ofen nehmen (Achtung, heiß!) und das Fleisch aus der Pfanne heben. Mit Alufolie abdecken und 25 Minuten ruhen lassen.
  6. 5. Währenddessen den Ofen auf 220 °C hochdrehen. Die Kartoffelecken darin ca. 20 Minuten knusprig rösten. Die Tomaten nach ca. 10 – 15 Minuten dazu geben und ebenfalls weich rösten. Die Kartoffeln herausnehmen und mit dem Meersalz würzen.
  7. 6. Die Eisenpfanne (Achtung, immer noch heiß!) auf den Herd stellen und den Bratensatz mit dem Whiskey lösen, dann durch ein Sieb gießen. In derselben Pfanne die gewürfelten Zwiebeln und das Tomatenmark anrösten. Den Whiskey-Bratensatz und 125 ml Rinderfind dazugeben und alles auf die Hälfte einkochen lassen. Nochmals durch ein Sieb gießen. Mit 100 ml Sahne verrühren und warm halten.
  8. 7. Das Fleisch gut mit Salz und Pfeffer würzen und anschneiden. Auf Teller verteilen und mit den Kartoffelecken, den Tomaten und der Kräuterbutter servieren. Die Whiskey-Sauce dazu reichen.
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tomaten-kartoffeln-ofen

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8 thoughts on “Rinderbraten mit Röstkartoffeln und Whisky-Sauce – deftig, derb und rustikal

  1. Ich bin für die simplen Dinge aber auch den bärtigen, kernigen, testosterongeladenen Kerl! 😉
    Dein so männlich, maskulines Rezept gefällt mir einfach super! Her mit den stnörkellosen Rezepten, ich mag es deftig und herzhaft!
    Im Shop habe ich mich auch schon umgeschaut und was soll ich sagen, die Emaille-Teller haben auch mein Herz erwärmt.
    Viele Grüße
    Tanja

  2. Auch ich liebe rustikale Rezepte und Dinge, die auch mal was aushalten und nicht bei der kleinsten Berührung auseinanderbrechen. Deshalb mehr davon, vielleicht auch mal Rezepte mit Tafelspitz oder anderen fettdurchzogenen Fleischstücken mit viel Geschmack. So ein Tier hat schließlich mehr zu bieten als nur Filets.
    Werde ich auf jeden Fall bald nachkochen.
    Rustikale Grüße
    Susanne

  3. Hallo Denise,
    das Rezept klingt köstlich und die Fotos sind toll. Ich hab noch eine kleine Frage zum Rezept. Ich kann nicht so ganz glauben, dass das Fleisch bei 80°C in 3 Stunden gar ist. Ich kenn das so, dass das Fleisch bei 180°C schon etwas 2 Stunden braucht.
    Danke schon mal für die tolle Anregung

    1. Hallo Sanna,

      vielen Dank 🙂

      Also meiner Erfahrung nach ist die Zeit genau richtig. Ist auch der Richtwert, den du in diversen Tabellen zum Niedriggaren findest. Am Ende ist aber die Kerntemperatur das Wichtige. Die sollte für einen rosa Braten bei 55° C liegen.

      Viel Spaß beim Ausprobieren!

      Liebe Grüße,
      Denise

  4. was für ein tolles Rezept ! Ich lese und geniesse .
    habe mir auch sofort die Pfanne angekuckt – ist der griff wirklich abnehmbar ?
    Elita

    1. Hallo Elita,

      der Griff ist tatsächlich abnehmbar – allerdings mache ich das aber gar nicht mehr, ehrlich gesagt. Er hält die Hitze im Ofen gut aus, wird lediglich ein bißchen dunkler.

      Liebe Grüße,
      Denise

  5. Dein Rezept für den Whiskybraten war der erste Braten meines Lebens. Und er war richtig gut.
    Ohne großen Aufwand und gelingsicher in der Zubereitung! Solche Rezepte liebe ich… Durch die Soße hatte das Ganze das gewisse Etwas… Mein Mann bestand darauf, die Soße selbst zuzubereiten, so begeistert war er von seinem geliebten Whisky in der Soße. 🙂

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