Ihr seht: einen ziemlich dramatischen Maronikuchen.
    Aber auch einen ziemlich leckeren Maronikuchen. Mit einem süßen Orangenragout, Haselnüssen und einem guten Schuss Rum. Den konnte ich bei diesem Shooting auch bestens gebrauchen.
    Willkommen bei Pleiten, Pech und Pannen im Leben eines Foodbloggers.

    maronen-haselnuss-kuchen

    Es ist ja gerade sehr in, auf Blogs, auf Instagram auf Facebook die echte Seite des Lebens zu zeigen, statt perfekt inszenierter Ausschnitte.
    Ich mein das gar nicht böse, auch ich hab diese voyeuristische Seite an mir, die gerne das Leben anderer so sieht, wie es wirklich ist. Aber ich mag eben auch perfekt inszenierte Bilder. Deswegen erzähl ich euch heute die wahre Geschichte über diesen perfekt aussehenden Maronikuchen. Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

    kastanienkuchen orangenragout

    stueck maroni kuchen

    Zur Dekoration für’s Foto wollte ich ein paar schöne geröstete Maroni zeigen. Frisch aus dem Ofen, selbst geröstet, feine Sache. In der Theorie zumindest.
    Praktisch sah es so aus, dass ich noch nie Maroni geröstet habe. Aber wie schwer kann das schon sein, nicht wahr? Maroni ab in den Ofen, eine Zeit lang da drin lassen, fertig. Gedacht, getan. Irgendwann, nachdem die Maroni schon etwa 20 Minuten im Ofen schlummerten fiel mir ein, dass ich die doch irgendwie schön kreuzförmig einritzen muss. Für die Optik. Von alleine wollten sie nicht aufplatzen, also wollte ich dem Prozess ein bißchen nachhelfen. Heiße Marone geschnappt, scharfes Messer angelegt, ordentlich Druck ausgeübt und PENG!

    maronen kuchen

    maronen orangen kuchen

    kastanien haselnuss kuchen

    Diese winzig kleine Marone hat sich in eine hochexplosive Bombe verwandelt.
    Ist in die Luft gegangen und hat ihr Inneres über meine gesamte Küche verteilt. 
    Nachdem ich einen Moment brauchte um den Schock zu verarbeiten und zu verstehen was hier gerade passiert war, habe ich es verstanden. Man muss die Maroni vorher anritzen, damit der Druck von innen entweichen kann. Nicht nachher
    Das ist der Grund warum es keine gerösteten Maroni als Deko in diesem Bild gibt.

    Nicht weniger unschön war die Suche nach einer wichtigen Zutat für diesen Kuchen: Maronicreme.
    Ich hatte noch ein Glas übrig, das ich mir im Sommer aus Südtirol mitgenommen habe. Das wurde allerdings in Versuch Nr. 1 verbacken, in dem das Ganze noch Maroni-Donuts statt Kuchen werden sollte. War geschmacklich toll, aber die Form passte nicht so ganz. Also wollte ich das Rezept nochmal machen. Nur hatte ich keine Maronicreme mehr. Nach 3 Feinkostläden in Düsseldorf habe ich die Suche aufgegeben und beschlossen, die Creme aus vorgegarten Maroni einfach selbst herzustellen. Die gibt’s jetzt schließlich in jedem kleinen Supermarkt.
    Ja, denkste!
    Nach vier Supermärkten war ich aggressiver als der grüne Hulk und habe jeden Supermarktmitarbeit mit messerscharfen Todesblicken gestraft wenn ich wieder die Antwort bekam Nee, die sind grad aus. Nächste Woche wieder. 

    kastanienkuchen orangenragout

    maronikuchen haselnuss

    maronikuchen

    In diesen Momenten renne ich zerzaust, verschwitzt und ungeschminkt durch unglamouröse Supermärkte.
    Ich flaniere nicht mit handgewebtem Bastkorb und perfekt gestyltem Out-of-Bed-Hair mit einem Pumpkin Spice Latte in der Hand über den eleganten Wochenmarkt. Vielleicht klebt sogar noch ein Stück explodierte Maroni an meiner Wange.

    Der Maronikuchen wurde trotzdem ganz köstlich, auch mit selbstgemachter Maronicreme. Ein sehr, wirklich sehr sehr saftiger Kuchen mit nussigem Geschmack. Perfekt für den Herbst.

    Tja, so läuft das ab, bis am Ende ein Foto wie dieses entsteht. 
    Die zweite Hälfte der explodierten Marone habe ich übrigens immer noch nicht wieder gefunden…
    Habt ihr auch solche Küchenunglücke auf Lager?

    Maronikuchen mit Orangenragout
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    Für den Maronikuchen
    1. 400 g Maronipüree (aus dem Glas oder 400 g vorgekochte Maroni und 25 g Butter)
    2. 150 g Zucker
    3. 1 Päckchen Vanillezucker
    4. 4 Eier
    5. 200 g gemahlene Haselnüsse
    6. 1 Prise Muskat
    7. 1 Prise Piment
    8. 1 TL Backpulver
    9. 1 EL Rum
    10. Puderzucker zum Bestreuen
    Für das Orangenragout
    1. 3 Orangen
    2. Saft von 3 Orangen
    3. 3 EL Zucker
    4. 2 EL Kokosblütenzucker
    5. 2 EL Orangenlikör (Grand Manier)
    Instructions
    1. Falls ihr kein Maronipüree bekommt, püriert ihr einfach die vorgekochten Maroni mit 25 g geschmolzener Butter und etwas Wasser, bis ein cremiges Püree ohne Stücke entsteht. Die Konsistenz sollte in etwa mit Nutella vergleichbar sein. Dann wiegt ihr von dem selbstgemachten Püree 400 g ab. Der Rest schmeckt super als Brotaufstrich
    2. 1. Den Ofen auf 175 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine kleine Sprinform (18 cm. Durchmesser) am Boden und am Rand mit Backpapier auslegen. Die Eier und den Zucker mit dem Handmixer oder der Küchenmaschine zu einer hellen, dicken Creme aufschlagen. Das Maronipüree mit den gemahlenen Haselnüssen, dem Backpulver dem Vanillezucker, den Gewürzen und dem Rum verrühren. Dann die Eiermasse unterheben. Den Teig in die Form gießen und im vorgeheizten Ofen ca. 40 - 45 Minuten backen. Den Stäbchentest machen um zu sehen ob der Kuchen gar ist..
    3. 2. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Währenddessen die Schale der Orangen großzügig abschneiden, so dass kein weiß mehr am Fruchtfleisch zu sehen ist. Die Orangenfilets herausschneiden, den Saft dabei auffangen. Den restlichen Saft aus der Orange auspressen.
    4. 3. 3 EL Zucker in einem kleinen Topf karamellisieren lassen. Mit dem Orangensaft ablöschen, zum Kochen bringen und köcheln lassen bis der Zucker sich aufgelöst hat. Dann den Kokosblütenzucker und den Grand Manier dazugeben und die Flüssigkeit etwas einkochen lassen. Die Orangenfilets unterrühren und das Ragout auskühlen lassen.
    5. 4. Etwas Puderzucker über den ausgekühlten Kuchen sieben. Nach Wunsch mit Orangenscheiben dekorieren und das Orangenragout zum Kuchen reichen.
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