Belgische Waffeln – Ein Mitbringsel aus Flandern.

Ich bring euch ja von meinen Reisen immer gerne ein Souvenir mit.
Keines, von dem nur ich etwas habe, sondern etwas, womit ich euch ein Stück Urlaubserinnerung bescheren kann. Aus Mallorca habe ich euch mallorquinischen Mandelkuchen mitgebracht, aus Paris Schokokuchen mit Crème Fraîche

Jetzt war ich für zwei Tage in Flandern unterwegs.
Flandern? Das ist die Region im Norden Belgiens, in der unter anderem Brüssel liegt. Aber auch das Dreiergespann Antwerpen, Brügge, Gent. Warum diese drei Städte häufig in einem Atemzug genannt werden und es zahlreiche Reiseführer zu dem Touri-Trio gibt? Weil sie ein absoluter Traum sind, perfekt für einen Kurztrip, egal ob im Sommer oder Winter. 

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Das ganze Jahr über hatte ich mir fest vorgenommen, einen Ausflug nach Flandern zu machen. Mich reizten die mittelalterlichen Stadtkerne, die alten Kirchen und, wie sollte es anders sein, die kulinarischen Spezialitäten. Meine Mission: Die beste Praline Flanderns finden. Und belgische Waffeln essen.
Ich kann nur sagen: Mission erfüllt. Ich hatte zwei wunderschöne Tage voller Köstlichkeiten und neuer Ideen. Was das Pralinen selbst machen angeht, habe ich große Pläne. Bis dahin habe ich euch aber erstmal ein Rezept für diese herrlichen, dicken, zuckrigen belgischen Waffeln mitgebracht.

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Montag morgens habe ich mich früh (das heißt für mich gegen halb 9) mit dem Auto auf den Weg gemacht. Nur knapp 2,5 Stunden brauche ich von Düsseldorf nach Gent, nach Antwerpen sogar nur 1,5 Stunden.

Nach einigen Flüchen über die belgischen Autobahnen und Autofahrer – puh, durchatmen, ruhig bleiben – kam ich in meinem zuckersüßen Hotel an.
Ein absoluter Glückstreffer, denn mein Zimmer im Hotel Onderbergen war wie für mich gemacht: Meterhohe Wände in grauem Anstrich, ein riesiges Bett, knarrender Holzboden, ein Kristallleuchter und reduzierte Deko. Ich habe mich sofort wohlgefühlt.

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Das Wetter hat zwar überhaupt nicht mitgespielt, aber das hat selbst mich frostbeulengefährdete Mimose nicht einmal gestört.
Dick eingemummelt bin ich durch die angenehmen leeren Straßen von Gent gebummelt, habe Chocolaterie nach Chocolaterie getestet und kam zu dem Urteil: Chocolatier Luc Van Hoorebeke ist vorerst mein Sieger. So frische und perfekte Pralinen habe ich wirklich noch nie entdeckt.
Aber wieso vorerst? Ganz einfach: ich werde wiederkommen!

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Nach meinem Tag in Gent ging es am nächsten Morgen früh (diesmal aber wirklich, um 7:45 Uhr) weiter nach Antwerpen.
Und was soll ich sagen? Antwerpen, I love you! Ich bin verliebt in diese Stadt! Vollkommen Hals über Kopf.
Ich hatte einen Raw Buckwheat Porridge im Eten vol Leven zum Frühstück, habe im Coffee & Vinyl heißen Ingwertee zu Indipop getrunken und habe mich in De Biologisch-Dynamische Bakkerij mit Quinoa-Chips und Buchweizenbrot eingedeckt. 
Das Wetter hier war noch mieser, aber wieder hat mich das kein bißchen gestört. Nur für Fotos waren meine Hände dann doch zu abgefroren. Immerhin hatte der nette Waffelverkäufer Mitleid mit mir und machte mir mit den Worten „It’s cold, you need a hot waffle, Lady!“ ein köstlich frische dampfende Waffel.

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Hot Waffle Lady? Nun, ich wurde schon schlimmer genannt.
Als hätte er es geahnt, schien der Waffelverkäufer meine Liebe zu dicken weichen Waffeln erkannt zu haben. Ich liebe liebe liebe Waffelteig. Unsere deutschen Waffeln sind mir meist viel zu dünn. In die belgischen Waffeln hingegen kann man beherzt reinbeißen. Der Unterschied? Belgische Waffeln werden aus Hefeteig gebacken, der macht sie so schön dick und fluffig.

Das Rezept des Waffelverkäufers, bzw. ein genau so gutes, habe ich euch heute mitgebracht. Ich finde, die Waffeln brauchen keine Sauce. Eigentlich nicht einmal Puderzucker, denn im Teig verstecken sich herrlich knusprige Zuckerstücke. Die Glühweinkirschen passten jedoch so wunderbar zur Adventszeit und zu diesen Waffeln.
Ob nach einem kalten Winterspaziergang oder einem gemütlichen Nachmittag auf der Couch, beim Reinbeißen in diese Waffeln wird einem direkt warm ums Herz und im Magen.

Belgische Waffeln mit Glühweinkirschen
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Ingredients
  1. 150 ml Milch
  2. 500 g Mehl
  3. 1/2 Würfel Hefe (20 g)
  4. 175 g Butter
  5. 50 g Vanillezucker
  6. 3 Eier
  7. 1 Prise Salz
  8. 100 g Würfelzucker
  9. Butter für das Waffeleisen
  10. 1 Glas Schattenmorellen
  11. 300 ml Glühwein
  12. 1 TL Stärke
Instructions
  1. 1. Die Milch mit 1 EL vom Zucker in einem kleinen Topf lauwarm erhitzen. Das Mehl in eine große Rührschüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und in die Mulde gießen. Mit Mehl vom Schüsselrand bedecken und an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.
  2. 2. Die Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Den Vanillezucker, die Eier und die abgekühlte Butter mit einer Prise Salz zum Teig geben und mit den Knethaken des Handrührgeräts zu einem geschmeidigen Teig kneten. Er sollte sich vom Schüsselrand lösen. Den Teig zugedeckt nochmals 60 Minuten gehen lassen, bis das Volumen sich etwa verdoppelt hat.
  3. 3. Den Würfelzucker in grobe Stücke hacken. Unter den Teig kneten und den Teig ein letztes Mal für 30 Minuten gehen lassen. Währenddessen die Kirschen abtropfen lassen und mit dem Glühwein aufkochen. Die Stärke mit ca. 1 EL Wasser vermischen und zu den köchelnden Kirschen geben. Unter Rühren eindicken lassen.
  4. 4. Das Waffeleisen nach Anleitung mit etwas Butter vorheizen. Etwa tennisballgroße Portionen Teig formen und im heißen Waffeleisen ca. 5 Minuten ausbacken
  5. 5. Die Waffeln mit Puderzucker bestäuben und mit den Kirschen servieren.
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