Zimtstangen. Der wahrscheinlich längste Zimtstern der Welt.

So langsam weihnachtet es doch ziemlich hier.
Heute gibt es Zimtstangen, die hässlichsten Plätzchen der Welt und eine Lektion über Baiser.

Lange Zeit mochte ich Zimtsterne nicht einmal besonders gern.
Ich liebe Zimt ja über alles, aber die Sterne konnten mich nie begeistern. Ich weiß aber auch, warum: Ich kam nie in den Genuss von frisch gebackenen, zarten Zimtsternen. Die Exemplare, die ihren Weg zu mir fanden, waren immer knochenhart. Ich wusste gar nicht, wie butterweich und köstlich sie sein können, bis ich bei einer Bäckerei ein paar frisch gebackene Weihnachtsplätzchen probiert habe.

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Huch!
Die sind ja weich! Süß! Zimtig! Köstlich!
Zimtsterne, wo wart ihr die ganze Zeit? Die muss ich nachbacken!

Seit dieser Zimtstern-Offenbarung weiß ich nun also, wie gut sie schmecken und wusste genau, wie meine Zimtsterne sein sollten. Allerdings schwebten mir statt der Sterne Zimtstangen vor.
Elegant, fingerlang, der wahrscheinlich längste Zimtstern der Welt. Köstlich, zartschmelzend und zimtig wurden sie auch. Nur das mit dem eleganten Look üben wir nochmal…

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Zimtsterne sind nämlich ganz schöne Diven.
So unscheinbar, so wenig Zutaten, aber gar nicht so leicht herzustellen. Deswegen wundert es mich auch nicht, dass ich fast 3 Jahrzehnte lang nur mit knochenharten Kampf-Zimtsternen konfrontiert wurde. Kampfzimtsterne, hmmm, irgendwie muss ich jetzt an Star-Wars und den Todesstern denken. Wie auch immer.

Das Problem an der Sache war die Glasur aus Baisermasse. 
Im traditionellen Rezept für Zimtsterne wird die Glasur mitgebacken. Ein luftig zartes Baiser schmeckt auch viel besser als kalter, harter Zuckerguss. Allerdings ist es auch eine recht klebrige Angelegenheit.
Faul wie ich bin dachte ich mir also: ach wieso mir die Mühe machen und den klebrigen Teig mit Glasur in akkurate Stangen schneiden? Backste den einfach im Ganzen und schneidest ihn danach. Hat auch geklappt. Sieht nur halt so aus. 

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Das Baiser wurde nach dem Backen nämlich doch recht schnell fest und krümelte beim Schneiden wie eine Glasscherbe in 1000 Stücke. Davon ließ ich mich aber einfach mal nicht beirren und schnitt tapfer weiter.

Und irgendwie haben sie doch was, meine wahrscheinlich längsten und hässlichsten Zimtsterne der Welt.
Rustikal. Selbstgemacht. Vielleicht auch mal wieder morbide.
In jedem Fall aber herrlich mürbe, zuckersüß und nussig, saftig und kein bißchen hart.
Das Rezept ist klasse und wer weiß, vielleicht tragen diese Zimtstangen ja einfach meine ganz eigene Handschrift.

Zimtstangen
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Ingredients
  1. 250 g gemahlene Haselnüsse
  2. 100 g gemahlene Mandeln
  3. 2 Eiweiß
  4. 1 Prise Salz
  5. 2 TL Zimt
  6. 160 g Puderzucker
Für die Glasur
  1. 120 g Puderzucker
  2. 1 Eiweiß
Instructions
  1. 1. Den Ofen auf 125 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. 2. Für die Glasur 1 Eiweiß mit 120 g Puderzucker gesiebtem Puderzucker aufschlagen. Beiseite stellen.
  3. 3. Für den Teig 2 Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Nach und nach unter Rühren 150 g Puderzucker zum Eiweiß sieben.
  4. 4. Die Mandeln mit den Haselnüssen und dem Zimt mischen und unter das Eiweiß heben.
  5. 5. Eine Arbeitsfläche mit etwas Puderzucker bestäuben und den Teig darauf ca. 1,5 cm dick ausrollen. Die Glasur gleichmäßig darauf verteilen. Wer rustikale Zimtstangen, so wie meine, haben möchte, backt die Platte nun im Ganzen und schneidet sie später. Wer er etwas ordentlicher möchte, schneidet den Teig nun in gleichmäßige Stangen (ca. 2 x 8 cm) und legt sie auf das Backblech.
  6. 6. Im vorgeheizten Ofen ca. 20 – 25 Minuten backen. Die Glasur sollte beim Backen nicht braun werden.
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