Einige von euch haben es letzte Woche mitverfolgt.
Einige von euch haben erst letzte Woche auf diesen Blog gefunden (Hallo!).
Ich habe bei der TV-Sendung Das Perfekte Dinner mitgemacht – und auch noch gewonnen. Wie ist das nur passiert?

denise von foodlovin perfektes dinner

Viele von euch haben sich einen Behind the Scenes Bericht gewünscht. 
Aber ohne irgendwelche Einschränkungen auferlegt bekommen zu haben kann ich euch ehrlich sagen: soviel ungewöhnliches geschieht dort gar nicht. 
Ich war ehrlich selbst überrascht, wie ungekünstelt und echt das Ganze ist.

Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi?© VOX / ITV Studios

Wie ich bim Perfekten Dinner gelandet bin. 
Vor gar nicht so langer Zeit erhielt ich einen Anruf. Ich war gerade in Berlin gelandet, die Sonne schien, ich war mit einem Matcha Latte in der Hand unterwegs in meiner Lieblingsstadt. Die Welt war wundervoll. Da rief mich eine sehr nette Dame an und bot mir an, beim Perfekten Dinner – Wer ist der Profi? mitzumachen. 
Wir haben uns sehr sehr nett unterhalten und wirklich gut verstanden. Sie hatte mich am perfekten Tag erwischt. Wer weiß – an einem kalten verregneten und stressigen Tag in Düsseldorf hätte ich vielleicht direkt abgelehnt. 
Aber so sagte ich irgendwie einem weiteren Interview am nächsten Tag zu.

Und auch das Telefonat mit der zweiten Dame war nicht weniger entspannt und lustig. Als würde man mit einer alten Freundin telefonieren. Klar dachte ich mir zwischendurch, ob das nicht alles eine Masche sei. Aber mein Gefühl hat gesagt: Einfach mal machen.
Und so standen zwei Tage später drei Mädels (erst eins, dann zwei, dann drei – es wurden immer mehr) bei mir in der Wohnung. Ich habe gekocht, sie haben gefilmt, wir haben gequatscht. Einen Tag später war ich dabei. Und hier kamen mir zum ersten Mal Zweifel. Was ist, wenn sie mich blöd darstellen? Was sagen wohl meine Kunden dazu? Was ist, wenn die anderen Kandidaten doof sind? Das Team gemein? Wenn ich mich blöd anstelle?
Ja, ich war etwa einen halben Tag kurz davor, wieder abzusagen. 
Aber wisst ihr was? Das kam nicht aus mir selbst, sondern von Menschen um mich herum. Die es mir mies machen wollten, mir ein schlechtes Gefühl gaben, mich verunsichert haben. Zum Glück hab ich diese Miesmacher überhört und es durchgezogen.
Nur eine Woche später gingen die Dreharbeiten los…

perfektes dinner speisekarte

Das perfekte Dinner - Wer ist der Profi? © VOX / ITV Studios

Das perfekte Dinner-Menü.
Das hieß auch, innerhalb kürzester Zeit musste mein Menü stehen. 
Ich habe mein Menü genau einmal Probe gekocht. Und ehrlich, wie das mit Generalproben so ist – es war überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wusste bis in dem Moment als ich es getan habe nicht einmal, wie ich die Hauptspeise anrichte. Ich habe hin und her überlegt. Wirsinggnocchi oder Petersiliengnocchi. Zander oder Kabeljau. Schokoladenkuchen oder Mandelkuchen. 
Es gab drei Menüs zur Auswahl – und Entscheidungen zu treffen ist ja nicht unbedingt meine Stärke. Nach vielem Hin und wieder her wurde es dieses Menü.

perfektes dinner menükarte

perfektes dinner tisch

Mal schnell die ganze Wohnung umstellen.
Neben dem Menü musste ich aber auch noch meine Wohnung etwas umstellen. Mein Esstisch, der sonst in der Küche steht, wurde abgebaut und im Wohnzimmer neu aufgebaut. Ich habe all meine Bücher und mein gesamtes Home Office in Kisten verpackt und bei meinen Eltern gelagert. 

Die Tischdekoration.
Ich brauchte Teller, Besteck, Gläser, Tischdeko, herrje, ich besaß nicht mal eine ordentliche Tischdecke. Allerdings hatte ich schnell ein Bild davon im Kopf, wie mein Tisch aussehen sollte: rustikal elegant. So beschreibe ich eigentlich alles, was aus meiner Feder stammt, meine Bilder, meine Rezepte, meine Deko.
Als Tischdecke habe ich einen leichten Leinenstoff gewählt, der ruhig noch Falten haben durfte. Dazu ein grauer Läufer, ein paar Olivenzweige und Kerzen ohne Kerzenständer. Das Geschirr stammt von Villeroy & Boch aus der Linie La Classica Contura. Es ist klassisch und elegant und greift die Farben des Läufers und der Servietten wieder auf. Ich war so froh, als ich gesehen habe, dass farblich wirklich alles zusammen passte. 

Der Wein.
Was in der Sendung komplett übergangen wurde, war der Wein. Leider, denn ich habe mir bei der Weinauswahl mindestens so viel Mühe gegeben, wie mit dem Menü. Im Zuge dessen habe ich zwei ganz fantastische Weine entdeckt, die euch natürlich auch nennen möchte.

Mein Wein-Held ist Markus Molitor. Sein Riesling Kabinett lässt mich auf Wolken schweben. Den habe ich zum Dessert gereicht, zur Vorspeise gab es den Riesling Schiefersteil.
Die anderen Kandidaten behaupten ja, ich hätte sie absichtlich mit so gutem Wein abgefüllt. Ich halte das für ein Gerücht. 

perfektes dinner denise


Der erste Drehtag, die anderen Teilnehmer.
Beim Perfekten Dinner – Wer ist der Profi? stammen nicht alle Teilnehmer aus derselben Stadt, wie es sonst in der Sendung üblich ist.
Also musste ich ein bißchen reisen. Ich hatte allerdings Glück, alle anderen Teilnehmer wohnten maximal ein einhalb Stunden von mir entfernt. Am ersten Tag machte ich mich bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg nach Wesel und war begeistert von der Ruhe und Beschaulichkeit dort. In einem Café am Fluss wurde das erste Interview geführt und ich lerne das erste Kamerateam kennen. Ganz entspannt, gut drauf. In dem Interview wurden mir auch zum ersten Mal Fotos der anderen Teilnehmer gezeigt. Eine Frau, drei Männer. Gute Zusammenstellung.

Die anderen Teilnehmer habe ich aber tatsächlich nicht gesehen, bevor wir uns vor laufender Kamera das erste Mal getroffen haben. 

Am ersten Abend war deswegen alles noch neu und etwas verkrampfter.
Eine Besonderheit der Wer ist der Profi? Ausgabe ist, dass man sich mit den anderen Teilnehmern nicht über Privates austauschen darf. Damit man nicht heimlich seine Facebook-Profile oder Telefonnummern austauscht, oder sich gar verrät, ist immer ein „Babysitter“ vom Filmteam dabei. Unsere Anstandsdame.
Deswegen lernt man die anderen Teilnehmer nur sehr langsam kennen. Trotzdem haben wir uns von Tag zu Tag besser verstanden. Für den Zuschauer mag es vielleicht langweilig sein, wenn es kein Gezicke und kein Drama gibt. Ich war einfach nur froh, so nette Mitkandidaten zu haben. 
René ist ein absoluter Goldschatz, Michael wohnt sogar in der Nähe und ich freue mich schon sehr, wenn ich mal wieder bei ihm zu Gast sein darf. Hans Rainer hat mir am zweiten Tag sogar ein paar Pralinen zu unserem Interview-Termin mitgebracht weil ich ihm von meiner Schwäche für Schokolade erzählt habe und Manuela hatte am Ende der Woche für jeden von uns ein kleines Abschiedgeschenk. 

das perfekte dinner bei denise

5 Tage wach.
Gedreht wird übrigens in Echtzeit. Das heißt, wenn es in der Küche länger dauert, dann dauert es eben länger. So ein Drehtag endet deswegen schonmal mitten in der Nacht und am nächsten Tag geht’s direkt weiter. Ganz ehrlich: die Woche war unglaublich anstrengend. Man steht unter Dauer-Strom, ist irgendwie immer zu 100 % da  und unter kontantem Adrenalin-Beschuss.
Ich habe am Wochenende danach sage und schreibe 36 Stunden am Stück geschlafen. Vorher habe ich noch groß rumgetönt, dass ich Anstrengung und Reisen durch meinen Job ja gewohnt bin – und dafür bin ich auch sehr dankbar!
Ich glaube für jemanden, der einen normalen Bürojob macht, ist das Ganze noch sehr viel Kräfte zehrender. Trotzdem hat es auch so viel Spaß gemacht. Die Kameras, die Mikros, die vielen Menschen um einen herum – irgendwann bemerkt man all das gar nicht mehr. 

Mein Fazit zu Das Perfekte Dinner – Wer ist der Profi?
Es hat Spaß gemacht und war eine einzigartige Erfahrung.
Negative Erlebnisse fallen mir wirklich nicht ein. Mir wurde zu keinem Zeitpunkt gesagt, was ich jetzt sagen sollte. Es wurde nicht in meinen Schubladen gekramt und meine Wohnung hat nicht einen Kratzer abbekommen. Meine Wohnung sah übrigens deutlich größer und schöner aus, als sie eigentlich ist. 

Ich habe übrigens ganz ehrlich bis zuletzt nicht sagen können, wer der Profi ist.
Dass Rainer Hensen mit seinem Restaurant St. Jacques einen Stern erkocht hat, ehrt meinen Gewinn umso mehr. Ich werde ihm auf jeden Fall mal einen kulinarischen Besuch abstatten – ganz ohne Wettbewerb, sondern nur zum Genießen und zum Fachsimpeln über Wein. Das kann man mit Hans, äh Rainer, ach, Hans Rainer nämlich ganz wunderbar. 

Habt ihr die Sendung zufällig auch gesehen?