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Fällt euch was auf? Der größte und somit am meisten verwendete Tag ist glutenfrei. Wieso eigentlich? 

zitronenkuchen glutenfrei

Ich backe gerne. Und oft. Möglichst abwechslungsreich, kreativ und lecker. Viel Backen, das bedeutet viel Mehl. Und da ist der Knackpunkt, denn Mehl vertrage ich nicht gut. Ich bin glutensensitiv.
Und fühle mich gerade wie im virtuellen Beichtstuhl. Genau dieses Gefühl sagt schon viel darüber aus, wie mit dem Thema Gluten häufig umgegangen wird. Spöttisch. Belächelnd.
Schluss damit!
Zusammen mit Schär* und einem Stück saftigem Zitronenkuchen setzen wir uns jetzt mal in einen virtuellen Stuhlkreis und reden! Vielleicht geht es euch ja ähnlich und ihr wisst nicht ganz, wie ihr das Problem mit dem Gluten im Alltag regeln sollt? Das kriegen wir hin!

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zitronenkuchen veilchen

zitronenkuchen stuecke

Dumm wie Brot? Schlau wie Zitronenkuchen!
 
Das Thema Gluten, insbesondere Weizen, wird zum Teil sehr plakativ und aggressiv angegangen: Weizenwampe oder Dumm wie Brot nenn sich Bücher zum Thema und sorgen beim Konsumenten teils für mehr Verwirrung als Aufklärung.
Ist Brot jetzt ungesund? Sind wir alle unfähig, Getreideprodukte zu verdauen? Warum war das früher nicht so? Sind wir alle verweichlicht? Was ist da eigentlich los?
 
Wer wirklich Bescheid wissen will zum Thema Gluten und Getreide im Zusammenhang mit Intoleranzen, Allergien oder sonstigen Unpässlichkeiten, dem bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als sich intensiv damit auseinander zu setzen.
Und wisst ihr was? Das hab ich getan! In den vergangenen Jahren mal mehr, mal weniger intensiv. Nicht auf wissenschaftlicher Basis aber doch über populäres Halbwissen hinaus. So gut ich es als Laie eben kann. Weil ich es spannend finde. 
Umso besser passt es, dass Schär*, der führende Hersteller für glutenfreie Produkte, mich gefragt hat, ob ich von meinen Erfahrungen im Umgang mit Gluten berichten möchte und wie ich damit im Alltag umgehe.
Ich wollte schon lange etwas darüber auf dem Blog schreiben und mit Schär habe ich dafür den perfekten Kooperationspartner gefunden. 
 
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glutenfreier zitronenkuchen
 
Eine komatöse Schüssel Dinkelbrei. 
Es ist eigentlich ganz simpel: im Alltag vermeide ich Getreideprodukte so gut wie es geht und fühle mich wunderbar damit. Eine Zöliakie wurde bei mir ausgeschlossen, trotzdem habe ich immer wieder gemerkt, das nach einem Crêpe oder einer Waffel irgendwas nicht stimmte.

Ich muss nicht, wie jemand der an Zöliakie erkrankt ist, Gluten meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ich kann mir schon mal ein normales Stück Kuchen im Café bestellen, unterwegs ein paar Kekse am Büdchen kaufen oder vom Brotkorb naschen. Aber wird’s zuviel, dann meckert mein Körper. Mal mehr, mal weniger. Genug jedenfalls, um es weitgehend zu vermeiden. Ironie des Schicksals, dass der Mädchenname meiner Oma Mehler war?

Eine kleine Anekdote dazu, wie es mir so geht, wenn ich Gluten esse: Ich erinnere mich da an den wahnsinnig leckeren ayurvedischen Dinkelbrei in dem hippen Pop-Up Restaurant in Berlin. Super lecker. Danach befand ich mich den halben Tag im Koma. Ich konnte kaum gerade aus gehen, war erschöpft und hatte Kreislaufprobleme.

Anderes Beispiel: Ich war vor Kurzem in Italien unterwegs. Italien, das ist Pasta, Brot, Gebäck und noch mehr Pasta. Alles saulecker, ohne Frage. Den Dank für den Genuss bekam ich nach Tag zwei an meiner Haut zu sehen. An meinem Bauchgefühl zu spüren. An meiner Laune zu merken. Es ist einfach nicht gut für mich. Also lasse ich es sein. Macht eigentlich Sinn, oder?
 
lemon pound cake 
Ach du verzichtest auf Gluten? Machst du Diät? 
Aber wenn man sich für eine bestimmte Ernährungsform entscheidet, sei es, vegan zu leben, auf Zucker zu verzichten, auf Bio-Produkte zu achten, jeden Tag ein Stück Kuchen zu essen oder keine roten-gelb-grünen Lebensmittel zu essen – es scheint, man trifft diese Entscheidung niemals für sich alleine sondern für mindestens 100 andere Personen gleich mit.
Das Thema Ernährung sorgt für Diskussionen wie kein anderes. Jeder hat etwas dazu zu sagen, jeder urteilt. Wenn ich auf Gluten verzichte, bin ich plötzlich essgestört. Paranoid. Oder einfach nur auf Diät. Alles schon zu hören bekommen.
 
Oft greife ich dann aus gesellschaftlichem und sozialem Zwang dann doch zum Brotkorb. Um mich nachts mit Bauchschmerzen im Bett zu quälen. Alles nur, um mich nicht auf Diskussionen einzulassen.
Vielleicht habt ihr ja auch den Verdacht auf eine Glutensensitivität, oder ihr habt Freunde und Familienmitglieder die betroffen sind?  Erzählt mir von euren Erfahrungen mit dem Thema!
 
zitronenkuchen limoncello
 
zitronenkuchen saftig
 
Verzicht auf Gluten = Gewinn an Vielfalt und Kreativität
 
Im Grunde muss ich dem Gluten eigentlich dankbar sein, denn dadurch habe ich angefangen mit alternativen Pseudo-Mehlsorten zu experimentieren.
Heute backe und koche ich so gerne mit Buchweizen, Amaranth, Teff, Kastanienmehl, Süßlupinenmehl und co., dass ich Getreide in meiner Küche nichtmal ansatzweise vermisse. Im Gegenteil, meine Küche hat an Vielfalt und Kreativität hinzugewonnen.

Diese glutenfreien (Pseudo-)Mehlsorten haben alle eins gemeinsam: Geschmack.
Sie haben einen recht starken Eigengeschmack. Meistens finde ich das wahnsinnig spannend, da sie einem Muffin oder Kuchen Charakter und Tiefe verleihen.
Es gibt allerdings auch Rezepte, bei denen ich mich mit diesem starken Eigengeschmack schwer tue. Das ist der Fall bei sehr feinem Gebäck, wie Madeleines oder einem klassischen Hefezopf. Manche Aromen sind so fein, dass sie vom starken Geschmack eines Buchweizen- oder Quinoamehls erschlagen würden.
Dazu gehört auch das feine Aroma von Zitrone.

zitronen-kastenkuchen saftig

In diesen Fällen greife ich dann gerne zu glutenfreien Mehlmischungen.
Auch hier habe ich mit der Zeit so einige ausprobiert und zu meiner Überraschung festgestellt, dass glutenfreie Mehlmischung nicht gleich glutenfreie Mehlmischung ist. Manche haben immer noch einen sehr starken Eigengeschmack, erinnern fast an Vollkornmehl. Andere nehmen extrem viel Flüssigkeit auf, was in einem trockenen Kuchen endet. Und es gibt nichts traurigeres als trockene Kuchen.
Die glutenfreien Mehlsorten von Schär sind allerdings genau richtig. Ich verwende sie übrigens schon seit längerer Zeit und nicht erst seit diesem Beitrag. 

Trotzdem ist es wirklich sehr sehr lange her, dass ich einen Zitronenkuchen gebacken habe.
Grund ist, dass mir die meisten Rezepte bis jetzt nicht zitronig genug waren. Dazu kommen die üblichen Ansprüche an Saftigkeit und Textur.
Ganz klar: saftig muss so ein Zitronenkuchen sein und eher fest als krümelig.
Mit einer extra Zitrone und der Garantie für saftigen Rührteig – Crème Fraîche – ging es also ans Werk. Nach zwei Anläufen hatte ich einen Kuchen, wie ich ihn mir erträumt habe: saftig, zitronig, fein buttrig, nicht krümelig. Ein Kuchen von der Sorte, der am zweiten Tag noch viel besser wird.

zitronen pound cake

Ergänzt habe ich den Kuchen durch ein weiteres, sehr feines Aroma: Veilchen.
Zitrone und kandierte Veilchen, eine ganz fantastische Kombination. So elegant, frisch und frühlingshaft. Dann wird der Kuchen noch mit einem Löffel Limoncello getränkt. Ein bißchen fühl man sich in den Schlosspark eines französischen Landguts versetzt, wo man auf weißen Gitterstühlen nehmen Lavendelbüschen ein Stück davon genießt.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema Gluten?

Aber wir sitzen ja nicht in einem französischen Schlosspark, sondern in unserem virtuellen Stuhlkreis. Jetzt gebe ich an euch ab und würde wirklich gerne wissen: was sind eure Erfahrungen mit Gluten?
Überhaupt kein Problem? Verdacht auf ein Problem? Oder habt ihr Gluten längst aus der Küche verbannen müssen?

Egal wie die Antwort lautet, das Rezept für den Zitronenkuchen kann ich jedem nur ans Herz legen! 

 

Zitronenkuchen mit Veilchen
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Ingredients
  1. 200 g weiche Butter
  2. 4 Eier
  3. 200 g Zucker
  4. 100 g Crème Fraîche
  5. 240 g glutenfreies Mehl (Mix C für Kuchen von Schär)
  6. 50 g gemahlene Mandeln
  7. 2 TL Backpulver
  8. 2 Bio-Zitronen
  9. 1 EL Madeira
  10. 1 Prise Salz
Zum Beträufeln
  1. 100 g Puderzucker
  2. 2 EL Limoncello
Für den Guss
  1. 250 g Puderzucker
  2. 1 TL Zitronensaft
Zum Verzieren
  1. Kandierte Veilchenblüten
Instructions
  1. 1. Den Ofen auf 175 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine Kastenform fetten und mit Backpapier auslegen.
  2. Die Butter und den Zucker in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät mehrere Minuten schaumig rühren. Die Eier einzeln dazugeben und jeweils zwei Minuten unterrühren. Die Zitronen heiß waschen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Mit dem Madeira unter die Buttermasse mischen.
  3. 2. Das Mehl mit dem Backpulver, den gemahlenen Mandeln und einer Prise Salz mischen. Durch ein Sieb in die Schüssel geben und mit der Buttermasse locker zu einem Teig verrühren. Zum Schluss die Créme Fraîche unterrühren. In die Kastenform füllen und im vorgeheizten Ofen ca. 50 – 60 min backen. Nach 30 Minuten längs ca. 1 cm tief einschneiden.
  4. 3. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen. 100 g Puderzucker mit 2 EL Limoncello verrühren. Den Kuchen mehrmals mit einem Holzspieß einstechen und die Flüssigkeit über den warmen Kuchen träufeln. Den Kuchen vollständig auskühlen lassen.
  5. 4. Die Zutaten für den Guss vermischen. Der Guss muss richtig dick sein. Wenn er sich kaum verrühren lässt, ist er richtig. Keine Sorge, er läuft trotzdem noch dekorativ am Kuchenrand herunter. Den Kuchen mit der Glasur überziehen und mit kandierten Veilchen dekorieren.
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