Einfach mal in eine Pizza beißen.
Eine mit richtig knusprigem Boden, von dem sich Käsefäden bis zum Mund ziehen und man sich fühlt wie die sinnliche Sophia Loren in einem alten Schinken. Alter Schinken sollte übrigens auch unbedingt auf die Pizza!
Für die meisten ist das ein ganz alltägliches Erlebnis. Mal schnell eine Pizza in den Ofen schieben, wenn mal gar keine Zeit bleibt, auf der Party eine Pizza im Stehen essen oder der gemütliche Abend mit Freunden beim Italiener.

glutenfreies pizza rezept

Aber wart ihr schonmal mit jedem beim Italiener, der Gluten nicht verträgt?
Schwierig. Denn die meisten Restaurants scheuen sich noch immer davor, glutenfreie Speisen anzubieten, obwohl die Nachfrage da ist.
Zeit, das zu ändern, dachte sich Schär* und lud im Rahmen des glutenfreien Monats zum Lunch und Gluten Talk in die Locanda Busento in München. Ich war dabei und hatte eine Pizza-Offenbarung. Doch nun greife ich den Ereignissen vor…

*Werbung

locanda busento münchen

pizza restaurant münschen

Zwischen rot karierten Tischdecken und Freskenmalerei treffen wir uns in der Locanda Busento zum Gluten Talk mit Ernährungswissenschaftlerin Jennifer Vinson und Alessandra Meyer-Wölden.
Ja ihr lest richtig, die von Boris und Oli.
Aber darum geht’s heute ja gar nicht. Nein es geht um Gluten, bzw. das Leben ohne. In kleiner Runde stellen wir fest, dass das Thema in den USA bereits zum Alltag dazu gehört und Betroffene es dort sehr viel leichter haben. Dass die meisten Betroffenen etwa 2 bis 5 Jahre auf eine Diagnose warten (kenn ich) und dann oft mit dem Vorurteil zu kämpfen haben, sie würden nur einem Trend folgen (kenn ich).
Ich nicke und fühle mich verstanden. Und finde Alessandra viel sympathischer, als ich es für möglich hielt. Wir sprechen auch über die Herausforderung in Restaurants, beim Essen gehen, wenn die Frage nach glutenfreien Angeboten noch immer Fragezeichen über den Köpfen der Kellner und Köche hervorruft (kenn ich).

Die Sache ist die, ich gehe wirklich sehr gerne italienisch essen.
Die Zutaten sind in der Regel simpel, aber gut, ich finde immer etwas was mich anspricht und es ist auch ausnahmslos lecker. Carpaccio, Saltimbocca, Antipasti, alles superb. Aber Pasta, Focaccia und Pizza landen eben nicht auf meinem Tellern. Das ist ok, ich hab mich dran gewöhnt. Aber manchmal blicke ich dann schon neidisch auf die Pizza meines Tischnachbarn oder den Teller Pasta, der mir gegenüber steht. Oder würde gerne ein Stück Focaccia in das herrlich grün-gelbe Olivenöl dippen.

Beim Lunch mit Schär war das möglich. Dort servierte mir der Koch Franco D`Andrea eine unfassbar leckere glutenfreie Pizza. Die findet ihr dort übrigens dauerhaft auf der Karte. Ein echter Geheimtipp für Münchner und München-Besucher.
Ich habe ungelogen seit gut 5 Jahren oder mehr keine richtige Steinofenpizza mehr gegessen. Klar, eine Blumenkohl-Pizza, ein Flammkuchen mit Buchweizenboden, aber eine traditionelle italienische Steinofenpizza? Fehlanzeige.
Vor gut drei Jahren habe ich mal versucht, einen glutenfreien Pizzateig herzustellen. Das Ergebnis war in etwa vergleichbar mit einer alten Vinyl-Schallplatte. Ich hatte einfach noch keine Erfahrung mit dem glutenfreien Backen und habe weitere Versuche daraufhin entmutigt aufgegeben.

selbstgemachte pizza

Der Besuch in der Locanda Busento hat mir aber gezeigt: glutenfreie Pizza, das geht!
Und das geht richtig, richtig gut.
Jetzt liegt die Locanda Busento allerdings in München. Und auch wenn sie vielleicht nicht die einzige Pizzeria Deutschlands ist, die glutenfreie Pizzen anbietet, in Düsseldorf ist mir keine bekannt.
Ihr ahnt es schon? Ich musste dem glutenfreien Pizzateig einfach eine zweite Chance geben.

Jetzt habe ich zuhause natürlich keinen Steinofen stehen – auch wenn meine Küche bei den momentanen Temperaturen nah dran kommt. Trotzdem habe ich mich an das Experiment glutenfreier Pizzateig gewagt und ich kann euch sagen: Holla!!! Man muss nur wissen wie.

perfekte glutenfreie pizza

glutenfreies pizzarezept

Das Geheimnis lautet Geduld und Hitze. 
Mein Pizzateig setzt sich auch nur aus glutenfreiem Mehl, Trockenhefe, Olivenöl, Salz und Wasser zusammen. Und in der ersten halben Stunde dachte ich, mein Experiment sei gescheitert. Der Teig war viel zu klebrig und ging kein bißchen auf. Schon leicht frustriert habe ich die Schüssel mit dem Pizzateig in die knallende Sonne gestellt.
Und siehe da: er hatte es plötzlich ganz eilig.
Ich knete ihn nochmal durch und bringe ihn dadurch auf sein ursprüngliches Maß. Eine halbe Stunde später steht er schon wieder kurz davor, über den Schüsselrand zu springen. Der Wahnsinn.
Mit gut eingemehlten Händen lässt er sich auch wunderbar in Form bringen. Drauf kommt ein selbstgemachter Tomatensugo und Büffelmozzarella. Mehr nicht.
Nach dem Backen verteile ich noch karamellisierte Kirschtomaten, frischen Rucola, 36 Monate lang gereiften Parmigiano Reggiano und Culatello-Schinken auf der Pizza.
Und beiße hinein. Der Boden ist knusprig, der Teig ist so fluffig, dass er Blasen wirft. Er schmeckt hervorragend.
Diese Pizza ist richtig, richtig gut. 

glutenfreier pizzateig 
Das hier ist kein Fastfood mehr, das ist Hochgenuss. 
Für mich ist es das perfekte Wochenend-Dinner. Stundenlang zelebriert mit einer guten Flasche Rotwein. Schon der Gang zu meinem italienischen Feinkosthändler versetzt mich in die richtige Stimmung, ich komme mit Einkaufskörben nach Hause, die nach Basilikum duften und lasse mir viel Zeit beim Zubereiten. Herrlich!

Und soll ich euch mal was sagen? Wem der ganze Spaß zu blöd ist, für den hat Schär fertige Pizzaböden* im Angebot.

*Werbung

Glutenfreie Pizza
Write a review
Print
Für 3 - 4 Pizzen
  1. 500 g glutenfreie Mehlmischung, z.B. Mix it! Universal von Schär
  2. 1 Päckchen Trockenhefe
  3. 1 EL Zucker
  4. 10 g Salz
  5. 3 EL Olivenöl
  6. 75 ml lauwarmes Wasser
  7. 400 ml Sprudelwasser
Für den Tomatensugo
  1. 4 EL Olivenöl
  2. 3 EL Tomatenmark
  3. 2 Schalotte
  4. 2 Dosen geschälte Tomaten
  5. etwas Zucker
  6. 1 Zweig Oregano
  7. Salz und Pfeffer aus der Mühle
Für den Belag
  1. 125 g Büffelmozzarella
  2. 4 handvoll Rucola
  3. 40 g Parmesan
  4. 16 Scheiben Culatello-Schinken
Instructions
  1. 1. Zuerst die Trockenhefe mit dem Zucker und dem lauwarmen Wasser mischen. 10 Minuten stehen lassen, damit die Hefe wach werden kann.
  2. 2. Das Mehl in eine große Plastik-Rührschüssel geben und die Hefemischung dazu gießen. Kurz unterrühren, dann das Olivenöl, Salz und Sprudelwasser hinzufügen. Mit den Knethaken des Handrührgeräts oder der Küchenmaschine zu einem glatten Teig kneten. Achtung: der Teig wird euch sehr klebrig vorkommen. Das ist okay. Die Schüssel mit Frischhaltefolie gut abdecken und an einen sehr warmen Ort stellen (z.B. unter die Heizung oder in die Sonne). Für gut 1 Stunde gehen lassen bis sich das Volumen mindestens verdoppelt hat.
  3. 3. Währenddessen den Tomatensugo zubereiten. Die Tomaten abtropfen lassen und würfeln. Die Schalotte schälen und fein hacken. Das Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen, die Schalotten darin anbraten. Das Tomatenmark dazu geben, mit etwas Zucker bestreuen und kurz anrösten. Dann die Tomatenwürfel dazugeben und alles ca. 30 Minuten zu einer dickflüssigen Soße einkochen lassen. Die Oreganoblättchen abzupfen und unterrühren und den Sugo mit Salz und Pfeffer abschmecken. Beiseite stellen und abkühlen lassen.
  4. 4. Den Teig großzügig mit Mehl bestäuben und die Hände ebenfalls einmehlen. Den Pizzateig nun mit den Händen ein paar mal durchkneten, evtl. noch etwas Mehl dabei hinzufügen. Nochmals für ca. 30 Minuten gehen lassen.
  5. 5. Den Ofen auf 250 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Den Teig in 3 - 4 gleich große Portionen aufteilen. Auf je ein Stück Backpapier geben und mit den Händen kreisförmig etwa 1 cm dick ausformen. Dünn mit dem Tomatensugo bestreichen, dabei ca. 1 cm Rand lassen. Den Büffelmozzarella in sehr dünne Scheiben schneiden und auf der Pizza verteilen. Das Backpapier nun vorsichtig auf das heiße Backblech legen und die Pizzen ca. 15 - 20 Minuten knusprig backen.
  6. 6. Die fertige Pizza vorsichtig herausnehmen und mit den übrigen Zutaten nach Wunsch belegen.
Foodlovin' https://foodlovin.de/