Es hat ja schon Tradition, dass ich mir jeden Sommer ein paar Gastautoren auf Foodlovin‘ hole, die dich als Leser mit neuen Ideen und frischen Perspektiven versorgen.
Dieses Jahr habe ich den Fokus etwas verschoben, von reinen Rezepten hin zu Themen, die dir in deinem Leben helfen können. Und deswegen freue ich mich sehr, heute mit Susan Fengler, besser bekannt als SuelovesNYC zu starten. Sue ist Achtsamkeits- und Stressmanagement-Trainerin und ich durfte sie dazu interviewen, was Achtsamkeit mit gesunder Ernährung zu tun hat.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen!

Interview mit Sue von Sue Loves NYC 

Interview Sue Loves NYC

 

 

Liebe Sue, für alle, die dich noch nicht kennen: erzähle kurz etwas über dich und was du machst.

Ich bin Sue, 32 und wohne in Hamburg.
Seit 2011 schreibe ich Suelovesnyc.com und habe mich vor vier Jahren mit meinem Lifestyle-Blog selbständig gemacht. Besonders beliebt ist unter anderem meine Life at 30 Kolumne, die jeden Freitag mit Themen direkt aus meinem Leben erscheint.

Ich bin ein sehr positiver Mensch und versuche mein Umfeld mit meiner Lebensfreude zu begeistern. Im letzten Jahr habe ich zudem eine Ausbildung zur Achtsamkeits- und Stressmanagement-Trainerin gemacht. Das Thema ist wichtig auf meinem Blog und ich gebe auch Trainings.

 

Das klingt spannend, was kann ich mir unter Achtsamkeits- und Stressmanagement-Trainerin vorstellen?

Wenn wir bewusst und achtsamer Leben möchten, dann geht es häufig darum, Stress zu reduzieren.
Ich möchte Tipps und Übungen an die Hand geben, wie wir schneller erkennen, was uns genau stresst und daran arbeiten können, den Stress besser zu bewältigen. Dabei geht es weniger darum, Stress gänzlich aus dem Leben zu streichen. Das finde ich unrealistisch.

Es geht mir viel mehr darum, mit meinem Wissen aus der Ausbildung und persönlicher Erfahrung, zu helfen, den Stress im Alltag besser zu bewältigen. Bewusster und achtsamer zu leben und den Moment wirklich wahrzunehmen und zu schätzen.

 

Und wie kam es dazu, dass du Achtsamkeit zu deinem Schwerpunkt gemacht hast?

Schon seit Jahren versuche ich mein Leben bewusster zu gestalten.
Ich hatte vor Jahren eine sehr stressige Phase in meinem Leben und dachte mir: „So kann das nicht weitergehen.“
Als der Stress zum Dauerstress wurde, musste ich etwas ändern. Das war die Zeit, in der ich mit dem Yoga anfing und mich selbständig machte. Und mich auch immer mehr für Achtsamkeit interessierte.  

 

Wieso ist Achtsamkeit in den letzten Jahren zu so einem „Trend-Thema“ geworden?

Alles wird immer schneller und digitaler.
Als Online-Redakteurin finde ich das natürlich großartig. Aber es setzt auch sehr unter Druck. Die E-Mail kommt auch in der Freizeit aufs Handy. Man hat oft das Gefühl, dass alles immer sofort geschehen muss.
Ständige Erreichbarkeit ist nicht nur ein Segen, sondern kann auch ein Fluch sein. Viele von uns leben auch in der Großstadt. Die Welt scheint sich so schnell zu drehen. Da ist es sehr verständlich, dass wir uns nach Ruhe und Entschleunigung sehnen.

 

Sue Loves NYC über AChtsamkeit und gesunde Ernährung©Sophie Wolter

 

Gesunde Ernährung und Achtsamkeit

 

 

Was hat gesunde Ernährung deiner Meinung nach mit Achtsamkeit zu tun?

Sich gesund und bewusst zu ernähren, das hat für mich sehr viel mit Achtsamkeit zu tun.
Wenn ich bewusster und achtsamer lebe, dann beschäftige ich mich automatisch mit dem Essen, das ich meinem Körper zuführe. Ob es mir guttut und auch wie ich es esse und genieße.

 

Wie können wir mehr Achtsamkeit beim Essen erlernen?

Wenn wir viel zu tun haben, schlingen wir unser Essen häufig geradezu. Schmecken gar nicht richtig, was wir da gerade essen. Oft kommt dann noch eine Ablenkung von außen dazu – wie zum Beispiel die liebste Netflix-Serie. Essen dient aber eigentlich super als Achtsamkeitsübung. Nimm einfach das Essen, das vor Dir steht genau wahr. Wie es aussieht, wie es riecht. Dann achte beim ersten Bissen ganz genau darauf, ob es kalt oder warm ist und wie es schmeckt. Genieße das Essen und iss nicht nur „nebenbei“ oder „schnell zwischendurch“.

 

Was isst du, wenn du mal absolut keine Zeit hast?

Die Gnocchi von Schär mit Spinat und oft auch mit Garnelen.
Das ist so ein Homeoffice Lunch von mir, das nur fünf Minuten in der Zubereitung dauert. Oder eine Mikrowellen-Süßkartoffel, die ich nach Belieben fülle. Damit habe ich auf Instagram schon mal einen regelrechten Hype ausgelöst.

 

Was gibt es bei dir abends nach einem langen Tag zu essen?

Abends gibt es ganz Deutsch bei uns immer Abendbrot. Für mich mit glutenfreiem Brot, für meinen Mann mit normalem.
Seit letztem Jahr aber immer mit „Fake Wurst“ (aus Ei), weil die uns sogar besser schmeckt als die nicht-vegetarische Lyoner. Ich bin kein Vegetarier, aber habe meinen Fleischkonsum schon drastisch reduziert und kaufe bewusst ein. Zum Brot gibt’s bei mir auch eigentlich immer Gewürzgurken. Die liebe ich.

Achtsamkeit mit Sue Loves NYC©Sophie Wolter

Tipps für mehr Achtsamkeit im Alltag

 

 

Du bist in Sachen achtsam leben für deine Follower und Blogleser ein Vorbild und wir können alle sicherlich viel von dir lernen. Beschreibe mir doch mal, wie dein Tagesablauf aussieht.

Ich könnte jetzt sagen: Jeden Morgen mache ich als erstes Yoga, trinke achtsam meinen Tee und so weiter. Aber das stimmt nicht.
Denn obwohl ich sehr bewusst lebe, habe ich auch den ein oder anderen hektischen Tag oder muss morgens als erstes eine Kooperation auf Instagram posten oder eine wichtige Mail beantworten.

Was meine Tage allerdings gemeinsam haben: regelmäßig Yoga zu Hause (auch wenn es nur 20 Minuten sind) morgens oder abends. Ein warmes Porridge mit frischem Obst zum Frühstück (gerade liebe ich die Papaya aus meinem Alsterdorfer Fruchthaus). Und Zeit an der frischen Luft (selbst wenn es nur eine halbe Stunde spazieren im Stadtpark ist).

 

Was sind deine 3 Tipps, um mehr Achtsamkeit im Alltag zu leben?

Der wichtigste Tipp ist es, einfach eine ganz normale Sache im Alltag ganz bewusst zu machen. So wie das Duschen morgens.
Wirklich wahrzunehmen, wie warm das Wasser ist und wie frisch das Duschgel riecht. Und nicht schon mit dem Kopf beim ersten Termin zu sein.

Geht natürlich auch mit dem ersten Tee, beim Frühstück… Außerdem finde ich es sehr wichtig, zwischendurch auf die Atmung zu achten.
Tief durchatmen ist nicht nur ein geflügeltes Wort. Und last but not least: Sich selbst priorisieren und zum Beispiel die Yoga-Stunde im Kalender genauso Ernst zu nehmen, wie das nächste Meeting.

 

Und wie kommen wir regelmäßig an Deine Tipps?

Auf meinem Blog gibt es eine Achtsamkeits-Kategorie und im Herbst plane ich auch wieder ein Online-Seminar über Stressbewältigung.
Das kündige ich dann rechtzeitig auf Instagram und dem Blog an.

 

Vielen vielen Dank für das schöne Interview und die wertvollen Tips, liebe Sue!
Ich hoffe, dir hat das Interview genauso gut gefallen und du konntest einige Anregungen für einen achtsameren Alltag mitnehmen.


Hier findest du Sue online:

– Auf ihrem Blog: Sue loves NYC
Bei Instagram @suelovesnyc