19.07.2014 | Salate & Suppen

Pastinaken-Aprikosen-Suppe mit Vanilleöl, Pfifferlingen und kandierten Fenchelsamen

Was für Aromen! Was für ein Zusammenspiel!
Süßliche Pastinaken zusammen mit herbem Estragon und Vanille-Mandel-Öl. Kräftiger knuspriger Fenchel, und ein Hauch von Säure durch die Aprikosen.

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Samtig – knusprig, süß – säuerlich, herb – sanft. Diese Suppe lebt durch Kontraste und fügt sich gerade wegen dieser scheinbaren Gegensätze perfekt zusammen.
Aprikose und Pfifferlinge gehört zu den Kombinationen, denen man im ersten Moment nichts zutraut –  verständlicherweise.

Aber genau das ist es, was ich am Kochen so mag. Kombinieren, wo anscheinend nichts zusammenpasst und dabei ganz neue Geschmacksrichtungen entdecken.

Ich kann nur sagen: probiert es aus!

Im Prinzip kann man jede der wundervollen Obst- und Gemüsesorten kombinieren, die momentan die Marktstände überfluten.
Diese Woche sind es die Pfifferlinge, von denen ich nicht genug bekommen kann. Im Rührei, im Salat oder eben als Suppeneinlage.

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Wenn ich ein neues Rezept entwickle, denke ich oft um ein oder zwei Zutaten herum. Ich wusste, ich möchte die Kombination aus Pfifferlingen und Aprikosen probieren und zerbreche mir dann den Kopf, wie ich die beiden Zutaten bestmöglich unterstützen kann.
Manchmal kommen mir die besten Ideen in ganz abwegigen Situation.
Bei einem Waldspaziergang zum Beispiel, beim Sport oder sehr häufig auch kurz vorm Einschlafen.

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Diese Suppe wurde inspiriert durch meinen Besuch im Caillebotte in Paris.
Zuerst befinden sich nur die Pfifferlinge und ein Schwung des Vanilleöls im Suppenteller. Die Suppe gießt man sich selbst ein.
Essen mit Erlebnischarakter. Ich mag das!
Kein vermischtes Einerlei, sondern die Möglichkeit, jede der feinen Komponenten zuerst für sich zu probieren, bevor sich alles zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügt.
Super Idee, Caillebotte!

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Sie macht viel her, im Prinzip lebt diese Suppe aber von der Eigenständigkeit und vor allem von der Qualität der Zutaten. Die Pfifferlinge werden nur in etwas Butter angebraten, die Zutatenliste der Suppe ist ebenfalls kurz und knackig.

Das ist es, was für mich perfekte Sommerküche ausmacht. Beste Produkte, frisches Gemüse und Kräuter von Markt, simpel verarbeitet, aber in ihrer Kombination ein Knaller.

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Ich kann mir die Suppe sehr gut als Vorspeise für ein fantastisches Menü vorstellen, genauso aber als leichtes Abendessen.
Wem bei diesem Wetter im Moment nicht nach heißer Suppe ist, kann die Suppe übrigens auch kalt genießen. Fast kommen die Aromen in der nicht mehr ganz heißen Suppe noch besser raus.


Pastinaken-Aprikosen-Suppe mit Vanilleöl, Pfifferlingen und kandierten Fenchelsamen

Für 4 Personen

70 ml Mandelöl
1/2 Vanilleschote

2 EL Fenchelsamen
10 g Butter
25 g Zucker

500 g Pastinaken
150 g Aprikosen
2 Schalotten
20 g Butter
1 Zweig Estragon
150 ml Weißwein
1,2 l Gemüsebrühe
200 ml Sahne
Salz und Pfeffer

150 g Pfifferlinge
20 g Butter

1. Als erstes das Vanilleöl vorbereiten. Die Vanilleschote längs halbieren und das Mark mit der Messerspitze heraus kratzen. Zusammen mit dem Mandelöl und der aufgeschnittenen Vanilleschote in einem kleinen Topf leicht erwärmen. Mindestens 5 Stunden, besser über Nacht ziehen lassen.

2. Für den karamellisierten Fenchel die Fenchelsamen mit 25 g Zucker und 10 g Butter in eine kleine Pfanne geben und auf mittlerer bis hoher Stufe karamellisieren lassen, bis der Zucker anfängt zu bräunen. Auf Backpapier streichen und auskühlen lassen.

3. Die Pastinaken schälen und würfeln. Die Aprikosen waschen, entsteinen, halbieren und beiseite legen.

4. Die Schalotten würfeln und mit der Butter in einem großen Topf bei mittlerer Hitze anbraten. Die Pastinaken dazu geben und einige Minuten mit rösten. Den Estragonzweig dazugeben und alles mit dem Weißwein ablöschen. Leicht einkochen lassen, dann mit der Brühe aufgieβen. Bei mittlerer Hitze ca. 25 Minuten köcheln, bis die Pastinaken weich sind. Dann die Aprikosenhälften dazugeben und ca. 5 Minuten mitkochen lassen.

5. Den Estragonzweig entfernen und die Suppe mit dem Pürierstab pürieren. Durch ein Sieb streichen und mit der Sahne aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten.

6. Die Pfifferlinge putzen, eventuell halbieren. 20 g Butter in einer Pfanne erhitzen und die Pfifferlinge darin kurz anbraten, aus der Pfanne nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Salzen und Pfeffern.

7. Zum Servieren die Pfifferlinge in der Mitte des Suppentellers auftürmen. Je einen Esslöffel Vanilleöl drum herum träufeln. Die Suppe separat in einer Karaffe servieren und die kandierten Fenchelsamen dazu reichen.

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Kommentare

Micha

19.07.2014 um 20:08 Uhr

Das Foto ist toll und die Aromen stelle ich mir herrlich zusammen vor. Vielleicht habe ich sogar demnächst Glück mit Pfifferlingen – dann habe ich diese Suppe im Hinterkopf!

Denise

19.07.2014 um 20:59 Uhr

Vielen Dank und schön, dass du dir die Aromen gut zusammen vorstellen kannst :) Viel Glück auf der Pfifferlingsuche!!

Yvonne

16.07.2017 um 11:14 Uhr

Oh, dieses Rezept hört sich super an. Allerdings darf mein Mann keine Nüsse, dementsprechend auch kein Mandelöl. Kannst du mir eine Alternative dazu vorschlagen? Das wäre super! Vielen, lieben Dank!

Denise

16.07.2017 um 16:22 Uhr

Hallo Yvonne,

ja klar, nimm einfach ein anderes Öl, wie du magst. Ein gutes Olivenöl, oder etwas, das mit Orange oder Kräutern aromatisiert wurde.

Liebe Grüße,
Denise

Helen

29.12.2017 um 06:23 Uhr

Ich liebe deine Rezepte, da sie so unkonventionell und kreativ sind. Das ist genau meine Art zu kochen. Rezepte sind für mich höchstens Ideen. Ich halte mich selten genau daran. Wir veranstalten Silvester unser eigenes Running Dinner. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Wir sind 5 Familien, die nah beieinander wohnen. Jede Familie kümmert sich um einen Gang und wir ziehen zusammen von Haus zu Haus. Wir sind mit der Suppe dran und deine Pastinaken-Aprikosensuppe ist so edel und fein. Allerdings passen doch Aprikosen und Pastinaken jahreszeitlich eher schlecht zusammen. Die Pastinaken im Sommer ist etwas früh und Aprikosen im Herbst zu spät. Hm. Entgegnen meiner Neigung habe ich nun Aprikosen aus dem Glas gekauft. Im Bioladen gibt es von Denree welche nur mit Apfelsaft gesüßt. Die habe ich gut abgebraust und es ging hervorragend. Statt Sahne habe ich die Hälfte der Flüssigkeit durch Mandelmilch ersetzt, das war super lecker. Und weil ich überhaupt keinen Buttergeschmack mag, habe ich einfach natives neutrales Kokosöl verwendet.
Und die Pfifferlinge wurden durch Kräutersaitlinge ersetzt.
Ich werde die Suppe aber definitiv mal im Sommer mit den Originalgemüse/- Obst kochen :)

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