06.10.2017 | Kuchen & Co.

Apple Pie – Ein Rezept aus Vermont.

Ein Rezept mit einer Geschichte.
Eigentlich sollte ein Blog zu jedem Rezept eine Geschichte erzählen.
Aber ganz ehrlich, nicht jedes Rezept hat eine. Vor allem nicht, wenn man drei mal pro Woche ein Rezept veröffentlicht. So viele spannende Geschichten gibt es gar nicht.
Aber dieses Rezept hier, das hat eine. Eine so schöne. Eine Liebesgeschichte. Die Geschichte, wie ich mich in Vermont verliebte. Und in eine Keramikmanufaktur namens Farmhouse Pottery.

Apple Pie Rezept mit Ahornsirup

Vermont Apple Pie Recipe

Rezept für gedeckten Apple Pie

Stueck Vermont Apple Pie

Picknick im Wald mit Apfelkuchen

Vermont ist so wunder, wunderwunderschön!
Die Wälder, die Berge, die kleinen Orte mit gemütlichen Cafés und Bäckereien.
Die Farmen. Vermont ist das Zuhause von Ben & Jerrys, von King Arthur Flour, von Ahornsirup und von Flanellhemden und Vollbärten. Von selbst geröstetem Kaffee und dem weltbekannten bunten Indian Summer.
Es riecht nach Holz und Wäldern und vielleicht nach frisch gebackenem Apple Pie. 
Der Staat hat die einzige Hauptstadt der USA, in der es keinen McDonalds gibt und kein Gebäude höher als 38 m. Und er gehört zu den Staaten, in denen die Menschen am gesündesten und glücklichsten leben. Es war der erste Staat, der Sklaverei gesetzlich verbot und verbietet bis heute große Werbeschilder auf den Autobahnen.

Vermont war eine absolute Überraschung und eine ganz spontane Entscheidung auf unserem Roadtrip durch die USA und Kanada. Und entpuppte sich am Ende als ein  Highlight.

Rezept für Apple Pie aus Vermont

Amerikanischer Apple Pie mit Ahornsirup

Es beginnt schon mit dem Visitor Center, kurz hinter der Grenze von Massachussetts zu Vermont. Vor Informationen zu Farmen, Wandertouren, lokalen Handwerkern und hübschen Bed & Breakfasts kann man sich kaum retten.
Da wir den Aufenthalt in Vermont nicht geplant hatten, habe ich mich dort erstmal mit einem Arm voll Prospekten eingedeckt. Darunter: Ein Flyer der Farmhouse Pottery.
Handgefertigte Keramik? Es war klar, dort musste ich hin!
Die Töpferei liegt in Woodstock, dem kleinen Ort, in den ich mich total verliebt habe.

Der Shop ist ein Paradies für alle, die den rustikal-eleganten Look lieben und Wert auf Handwerkskunst legen. Man kann beim Töpfern zuschauen und auch selbst Töpferkurse dort machen.

Im Grunde war der Besuch eine bittersüße Tortur für mich, denn ich konnte ja nur einen Bruchteil dessen mitnehmen, was ich am liebsten mitgenommen hätte. Neben den paar Kleinigkeiten, die ich mitgenommen habe, gab es auch noch verschiedene Postkarten mit Motiven, die von einem meiner liebsten Instagram Accounts stammen könnten.

Ich wäre wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen, Apple Pie zu backen, wenn ich nicht aus der Farmhouse Pottery einen diese wunderschön gestalteten Flyer mit einem Rezept für Vermont Apple Pie mitgenommen hätte.
Aber dort habe mir geschworen, diesen Pie zu machen. Genau wie ich mir geschworen habe, nach Vermont zurück zu kehren. Dann kaufe ich die Farmhouse Pottery leer. Einfach so.

Apple Pie Rezept aus den USA

Rezept für klassischen Apple Pie

Rezept für Apple Pie aus den USA

Das Rezept ist nicht außergewohnlich. Es ist ein Pie Rezept. Trotzdem habe ich hier und da etwas dran gedreht. Etwas Ahornsirup untergebracht und den Pie-Teig etwas verändert. Etwas gemahlene Mandeln hinein geschmuggelt, was zu den Äpfeln himmlisch schmeckt.
Es ist immer noch kein spektakuläres Rezept, aber es ist ein verdammt guter Apple Pie.

Einen guten Tipp habe ich aber für euch, wenn ihr Apple Pie backen möchtet: Schmort die Äpfel schon an, bevor ihr sie als Füllung in die Pie-Form gebt. 
Das hat einen sehr praktischen Grund: gebt ihr rohe Äpfel in die Backform und backt den Kuchen dann, fallen die Äpfel zusammen. Natürlich, denn sie garen ja und werden weich und karamellig und zimtig. Aber mengenmäßig eben auch etwas weniger. Am Ende habt ihr sehr viel weniger Apfel, als ihr am Anfang in die Form gegeben habt. Und wir wollen nicht wenig Apfel. Wir wollen viel viel Apfel!
Also schmort die Äpfel vorher an. Am besten in etwas Butter, Ahornsirup und vielleicht sogar mit einem Schuss Weißwein oder Cider. Dann dürfen sie in die Form und der Pie darf fertig backen. So bekommt ihr einen Pie, der bis oben hin voll mit köstlichen, weichen, zimtigen Äpfeln steckt.

Das Gitter habe ich aus ganz normalen Mürbeteig gemacht. Wenn man mit dem Teig Muster legen möchte, ihn flechten möchte, oder andere künstlerische Dinge damit anstellt, funktioniert das einfach am besten. Ich finde zwar, Teig mit Mandeln, Buchweizenmehl, Hirse oder Quinoa schmeckt viel besser und ist nahrhafter, aber für diesen Zweck ist ein ganz einfacher Mürbeteig wirklich besser. Ansonsten steht ihr in der Küche und flucht, weil euch der Teig beim Flechten bricht. Oder ihr lasst das mit dem Flechten sein (ehrlich, wer hat eigentlich die Zeit für sowas?) und legt einfach nur das Gitter Muster auf die Füllung.
Beim Thema Pie-Dekoration sind der Kreativität ja keine Grenzen gesetzt.

Zwei Stücke Apple Pie

Apple Pie mit Kaffee

Stück Apple Pie auf Teller

Wenn ihr dieses Rezept nachbackt, träumt euch in die bunt gefärbten Wälder in Vermont. Besonders gut schmeckt er natürlich mit einer Kugel Ben & Jerry’s.

Was lest ihr denn lieber hier? Rezepte mit einer Geschichte oder lieber mit kurzem und knappem Text?

Vermont Apple Pie mit Ahornsirup

 Zutaten:

 Für den Boden:
125 g Mandelmehl
100 g Mehl
1 Prise Salz
¼ TL Natron
40 g Butter
2 EL Ahornsirup
1 kleines Ei

Für die Füllung:
100 ml Ahornsirup
2 EL Stärke
2 TL Zimt
½ TL Muskat
¼ TL gemahlene Nelken
¼ TL gemahlener Piment
8 Äpfel
2 EL Butter
1 EL Zitronensaft

Zubereitung:

1. Das Mandelmehl mit dem Mehl, Natron und einer Prise Salz in eine Rührschüssel geben. Die Butter in kleinen Stücken dazugeben. Ahornsirup und Ei in die Schüssel geben und alles mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten. Im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen.

2. Den Ofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Eine Pieform fetten. Den Teig in die Form drücken. Im vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten vorbacken. Währenddessen die Äpfel schälen, halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Mit 1 EL Zitronensaft, mischen. 2 EL Butter in einem großen Topf erhitzen. Die Äpfel darin anschmoren. Den Ahornsirup und die Gewürze unterrühren und alles ca. 5 Minuten schmoren lassen, bis die Äpfel weich sind.

3. Die Stärke unterrühren und die Äpfel auf den Pie Boden geben. Den Pie nach Wunsch mit einem Mürbeteig-Gitter belegen. Im vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen.

Wer mag, serviert den Apple Pie mit etwas Vanilleeis oder Vanillesauce.

Apfelkuchenrezept aus den USA

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Kommentare

Sara

6.10.2017 um 09:08 Uhr

Das sieht sooo gut aus! Vermont, der Pie, das Geschirr… ich wäre vermutlich auch verzweifelt weil ich nicht viel hätte mitnehmen können ;)
Bei dem Schietwetter zur Zeit genau das richtige Rezept. Wird ganz bald ausprobiert.

Maja

6.10.2017 um 09:16 Uhr

Liebe Denise,

ich kann ganz klar sagen: lieber Beiträge mit einer schönen Geschichte, wie dieser! Das ist das, was für mich Blogs ausmachen. Und ich konnte mich sofort in die Geschichte hineinversetzen und musste Vermont prompt auf meine „Must Visit“-Liste setzen. Die Bilder finde ich außerdem toll und insgesamt hinterlässt das ein sehr warmes, heimeliges Gefühl. Genau das mag ich, weil es so schön authentisch ist. Nichts gegen perfekt gestylte Hochglanzbilder, aber das hier finde ich noch viel schöner!

Liebe Grüße
Maja

Inja Roßburg

6.10.2017 um 11:06 Uhr

Oh das ist genau das, wonach ich gerade gesucht habe ein apfelkuchen Rezept bzw ein Pie Rezept nun ist meine Frage, kann man das Mandelmehl durch ein anderes austauschen? Z. B. Dinkelmehl? Ich hab nämlich kein Mandelmehl zu Hause, weil es mir leider zu teuer ist

Vielleicht kannst du mir die Frage ja beantworten ansonsten nochmals vielen Dank für das Rezept

Liebe Grüße
Inja

Denise

19.10.2017 um 00:14 Uhr

Hallo Inja,

das sollte funktionieren, du kannst das Mandelmehl durch normales Mehl oder Vollkornmehl austauschen.

Liebe Grüße,
Denise

Katrin Anter

7.10.2017 um 16:39 Uhr

Eigentlich scrolle ich meistens über zu lange Texte runter zum Rezept. Diese Geschichte ist aber so schön geschrieben, dass ich sie ganz gelesen habe. Auch wenn ich absolut keine Ambitionen habe, nach Amerika zu reisen ( in Europa gibt es ähnliche herrliche Flecken), kann ich verstehen, dass dich die Romantik dort gepackt hat! Danke!
Katrin

Denise

7.10.2017 um 21:01 Uhr

Hallo Katrin,

das ist sehr interessant zu lesen und gleichzeitig sehr schön! Danke :)

Liebe Grüße,
Denise

Natalia

4.09.2018 um 13:08 Uhr

Liebe Denise,

auch wenn ich meist nur Rezepte lese, so war diese Geschichte wie ein Magnet. Sie macht unglaublich viel Lust auf den Apple Pie und auf Vermont. Und auf bunt gefärbte Wälder.
Vielen Dank dafür.

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