Das Stadtkind auf dem Lande – so könnte der Untertitel zu diesem Blogbeitrag lauten.
Ich war für einen Tag im schönen Schwarzwald, habe Freiburg erkundet und (fast) eine Kuh gemolken. Schwarzwaldmilch* hat mich eingeladen, mir die Produktion ihrer laktosefreien Produkte LAC.lactosefrei anzusehen. Natürlich hat meine Neugier sofort gesiegt und ich möchte euch heute einige Fragen zum Thema Milchprodukte und Laktoseintoleranz beantworten, die ich mir schon lange gestellt habe.

Foodlovin auf dem Land

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Schwarzwald Kühe

Denise von Foodlovin im Kuhstall

Milchprodukte sind kein einfaches Thema.
Aber ehrlich: welches Nahrungsmittel ist das schon? Man kann heute einen Tomatenbauern, einen Getreidebauern, einen Apfelbauern, einen Schweinehof oder eben einen Milchhof als Beispiel nehmen – wo immer Lebensmittel produziert werden, gibt es irgendwo jemanden, der was zu meckern hat.

Für mich heißt verantwortungsvolles Konsumieren, dass ich tue, was ich kann.
Marken und Produkte kaufe, bei denen ich so gut wie es eben geht weiß, wo sie herkommen, wer sie produziert und was drin ist. Das ist nicht immer möglich.
Aber genau deswegen möchte ich euch heute mitnehmen auf den Muckenhof und mal einen Blick hinter die Kulissen von Schwarzwaldmilch ermöglichen. Los geht’s!

Der Muckenhof im Schwarzwald

Bauernhof Besichtigung

Wieso sind plötzlich alle laktoseintolerant?
Es stimmt, rund 90 % der Menschen weltweit sind laktoseintolerant. Der Großteil davon übrigens in Asien. Das heißt, ihnen fehlt das Enzym Laktase in ausreichender Menge, das dafür verantwortlich ist, dass die Laktose während der Verdauung gespalten* und damit verwertbar für uns Menschen gemacht wird. Fehlt dieses Enzym, gelangt die Laktose ungespalten in den Dickdarm und macht dort ordentlich Radau.
Woher kommt das? Sind wir plötzlich alle verweichlicht und können nichts mehr vertragen? Stellen wir uns nur an?

Nein, es liegt wahrscheinlich nur an einer höheren Aufmerksamkeit für dieses Thema. Wenn unsere Urgroßeltern nach einem frischen Glas Milch Bauchschmerzen hatten, haben sie es vielleicht auf das Wetter, das Mittagessen oder was weiß ich geschoben. Oder einfach gemerkt, dass Milch ihnen nicht bekommt und schlichtweg keine Milch mehr getrunken. Dass das jetzt eine Laktoseintoleranz ist, war völlig egal. 
Heute stehen uns alle Analysen und Mittelchen offen und wenn wir ehrlich sind, sind wir selbst doch immer unser liebsten Projekt. Da wird analysiert und optimiert was geht. Das muss nicht immer schlimm sein. Alles, was unser Wohlbefinden steigert, ist meiner Meinung nach gut!

Deswegen freue ich mich, dass Intoleranzen mittlerweile offen angesprochen werden und es die entsprechenden Produkte überall zu kaufen gibt, die einem das Leben angenehmer machen und das Wohlbefinden steigern. Viele Antworten auf Fragen zum Thema Laktoseintoleranz findet ihr übrigens auch bei Steffi auf Kochtrotz.de, die ebenfalls mit dabei war und bei Fabienne von Freiknuspern.

*Für die Chemie-Nerds unter euch: Laktose ist Milchzucker, ein Zweifachzucker, der durch das Enzym Laktase in Glucose (Traubenzucker) und Galactose (Schleimzucker) gespalten wird.

Kuh im Schwarzwald

Densie von Foodlovin' im Kuhstall

Wie wird Milch laktosefrei?
Wir alle hatten sehr viel Spaß als wir hörten, dass in den USA wohl mal jemand behauptet hätte, es gäbe Kühe, die laktosefreie Milch geben. 
Die gibt es natürlich nicht!

Um laktosefreie Milch herzustellen gibt es zwei Verfahren. 
Bei dem ersten wird die Rohmilch speziell mikrogefiltert und die Laktose dadurch entfernt.
Bei Schwarzwaldmilch wird das zweite Verfahren angewendet: den Milchprodukten wird einfach das Enzym Laktase zugeführt. Sie spaltet die Laktose in ihre Bestandteile und macht die Milch somit für laktoseintolerante Menschen verträglich. 

Schmeckt laktosefreie Milch anders?
Ein klares: ja!
Laktosefreie Milch schmeckt süßer. Laktase spaltet die Laktose und setzt dabei Zuckermoleküle frei. Dadurch schmeckt die Milch süßer, ohne dass ihr Zucker beigesetzt wurde.
Ich persönlich finde das einen sehr angenehmen Nebeneffekt, Kaffee mit laktosefreier Milch schmeckt einfach noch besser!

Laktosefreie Milchprodukte, die durch Mikrofiltration hergestellt werden, haben diesen Süßungseffekt allerdings nicht.

Schwarzwaldmilch Laktosefrei

Blumen im Schwarzwald

Hohe Qualitätskontrollen.
Wie all unsere Lebensmittel wird auch bei Schwarzwaldmilch extrem auf Qualität geachtet und vor allem ständig geprüft. Die Milch wird schon bei der Abholung vom Bauern getestet und sollten sich durch irgendeinen Grund (z.B. Rückstände von Reinigungsmitteln) etwas feststellen, was nicht in die Milch gehört, wird sie nicht für die Produktion verwenden (sondern z.B. an die Fütterung gegeben). Das gleiche gilt natürlich für Medikamente. 
Bio-Höfe behandeln ihre Kühe, z.B. im Falle einer Euterentzündung, nur homöopathisch oder pflanzenmedizinisch. Alle anderen setzen auch Medikamente und Antibiotika ein. Die Milch darf aber erst wieder verwendet werden, wenn sie absolut frei von Rückständen ist.

Bio oder nicht? 
Eine Frage, die mich sehr interessiert ist: Was ist eigentlich Bio?
In unseren Köpfen ist verankert, dass Bio besser ist. Aber was heißt das? Sind Bio-Produkte gesünder, schmecken sie besser, sind sie besser für Tier und Umwelt? Das wollte ich unbedingt wissen!

Ich persönlich dachte tatsächlich immer, Bio-Produkte wären besser für uns Menschen und würden natürlich auch besser schmecken. Das stimmt aber pauschal gar nicht. Geschmacklich findet sich (zumindest bei Milch) so gut wie kein Unterschied. Hier geht es allein um die Werte, die hinter Bio stehen. Was heißt das im Bezug auf Milch?
– Die Kühe haben mehr Platz im Stall, der hell und gut durchlüftet sein muss und sie müssen auf der Weide genügend Auslauf bekommen.
– Sie werden nicht mit Antibiotika behandelt und bekommen keine Wachstumshormone.
– Das Futter darf ebenfalls nur biologischer Herkunft sein, ohne Gentechnik, möglichst vom eigenen Hof (kurzer Einwand: was fressen Kühe? Richtig, Gras, Wiesenkräuter und -blumen sowie Heu. Natürlicher Herkunft ist das Futter also in jedem Fall, egal ob Bio oder nicht)
– Nur die Milch von Höfen, die reine Bioland-Höfe sind, darf als Bioland-Milch bezeichnet werden.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Kritierien, die auch auf der Bioland Internetseite nachgelesen werden können.
Bio-Milch ist aufgrund der Nahrung der Kühe reichhaltiger an einfach ungesättigten Fettsäuren. Wir sprechen hier aber von minimalen Unterschieden.
Für diejenigen, für die Bio wichtig ist, bietet Schwarzwaldmilch auch eine laktosefreie Bio-Milch an.

Kuhstall im Schwarzwald

Milchkuh im Schwarzwald

Kritik? Meine Meinung zu Milchhöfen im Schwarzwald.
Natürlich ist mir bewusst, dass es sich um ein Presse-Event handelte und uns natürlich ein schöner Hof gezeigt wurde, auf dem es den Kühen gut geht.

Die Bauernhöfe hier halten im Durchschnitt 30 Kühe. Das ist wirklich nicht viel. Das hier ist keine Massentierhaltung! Die Tiere werden nicht gestresst, es gibt hier keine Massenabfertigung, der Bauer kennt seine Tiere.
Ehrlich, da war der Bauernhof, den ich mit 4 Jahren besucht habe, weitaus weniger Wellness für die Kühe. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für Tierwohl einfach so stark gestiegen, dass viel gemacht wurde. Der Stall des Muckenhof ist großzügig und vor allem hell. Die Kälber werden sehr langsam von ihren Mutter-Kühen getrennt.
Klar stecken die Tiere ihren Kopf durch das Gitter, wenn Besuch kommt, sie sind neugierig. Das sieht dann schnell so aus, als wären sie eingepfercht. Sind sie aber nicht. Sie haben dahinter genug Platz. Und auf der Wiese sowieso. 
Wer nicht raus will, muss nicht raus, auch als Kuh nicht. 

Soviel zum Wohl der Tiere. Und was ist mit den Bauern?
Milchpreise. Noch so ein Thema.
Die Milchhöfe hier werden seit vielen Jahren familiengeführt. Und vor allem: sie sind Genossenschaftlich organisiert. Das bedeutet, die Firma Schwarzwaldmilch gehört den Milchbauern. Sie werden für die Qualität ihrer Milch bezahlt, was natürlich ein Anreiz ist, die beste Qualität zu liefern.

Schwarzwaldkühe

Schwarzwald IDylle

Besuch auf einem Milchhof

Und nun zu uns Konsumenten: Braucht der Mensch Milch?
Diese Frage möchte ich gerne noch anreißen.
Häufig wird behauptet, der Mensch brauche keine Milch und sei überhaupt das einzige Lebewesen, dass die Milch anderer Lebewesen zu sich nimmt.
Milch-Befürworter dagegen behaupten, die Milch enthalte lebenswichtige Nährstoffe.

Meine Meinung? Weder noch!
Ich glaube nicht, dass der Mensch Milch zu Leben braucht. Der Mensch braucht aber auch keine Schokolade. Der Mensch braucht keine vegane Bratwurst und keinen Sojajoghurt. Der Mensch braucht kein Bier, keinen Wein und keinen Gin Tonic. 
Jeder Mensch ist anders und ich persönlich komme mit laktosefreien Milchprodukten, vor allem Quark und Joghurt, in meiner Ernährung sehr sehr gut klar. Besser als mit veganen Alternativen.
Für mich sind Milchprodukte vor allem Genuss. Ein leckeres Vanilleeis im Sommer, der Latte Macchiato im Café, das Stück Käse zum Wein, ein Joghurt mit Früchten zum Frühstück.
Ich brauche keine Unmengen davon (ok, außer vielleicht vom Quark, mein Quarkkonsum ist wirklich enorm) und kaufe deswegen gerne Produkte bei denen ich weiß, wo sie herkommen und dass es sich um Qualitätsprodukte handelt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Lecker!
Und wenn ihr euch selbst davon überzeugen möchtet, habe ich eine schöne Überraschung für euch:
 
Ihr könnt ein großes LAC.lactosfrei Paket mit vielen leckeren Produkten und einer LAC-Müslischale gewinnen!
Ich habe selbst so ein schönes Paket bekommen und es ist wirklich eine wahre Wundertüte. 
Alles was ihr dafür tun müsst ist mir zu verraten, welche Joghurt-Sorte ihr euch wünschen würdet. Werdet kreativ!

Das Gewinnspiel ist beendet.

Ein bißchen Inspiration gibt es am Montag, da zeige ich euch nämlich, was ich leckeres aus dem Paket gezaubert habe….es gibt Eis!

 

Und wer bis hier hin gelesen hat, für den hab ich noch ein besonderes Schmankerl. Ein Damals-Heute-Vergleich zu Das Stadtkind auf dem Lande...

Denise als Kind im Kuhstall

Denise im Kuhstall